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 Die Frucht Des Geistes[1]

Die heutigen Menschen stehen vor großen Prüfungen. Heutzutage kann man selten einem ruhigen Menschen begegnen. Wer auf der Erde gelebt hat, nimmt letztendlich ein schlimmes Ende. Trotzdem denken alle Menschen, dass sie gut enden werden. Wenn sie schon einmal auf die Erde gekommen sind, leiden alle – sowohl die Gerechten, als auch die Sünder. Leidet der Sünder, finden alle, dass seine Leiden angebracht sind. Sie fragen sich aber, warum der Gerechte leiden muss. Indem der Sünder leidet, berichtigt er seine Fehler – er büßt für seine Sünden. Wenn der Gerechte leidet, dann entwickelt er sich weiter. Folglich leiden einige um ihre Schulden zu bezahlen und andere, um sich weiterzuentwickeln. Es gibt eine dritte Art von Menschen, die weder auf die erste, noch auf die zweite Weise leiden wollen. Doch für sie ist keinerlei Budget vorgesehen. Macht denn der Staat nicht dasselbe? Der gegenwärtige Staat hat ein Budget für Menschen zweierlei Art vorgesehen- für jene, die sich bessern, die bereit sind ihre Schulden zu bezahlen und für jene, die sich weiterentwickeln wollen. Für die erste Art hat er Gefängnisse und Krankenhäuser gebaut, für die zweite – Schulen. Für jene, die weder in Gefängnissen und Krankenhäusern liegen noch lernen wollen, gewährt der Staat gar kein Budget.

Heutzutage streben alle Menschen nach Glück. Jeder möchte sein Leben sinnvoll gestalten, weiß aber nicht wie. Um seinem Leben einen Sinn zu geben, muss sich der Mensch eine Philosophie ausarbeiten, die er immer berücksichtigen wird. Er muss wissen, woher er kommt und wohin er geht. Weiß er das nicht, dann befindet er sich in der Lage eines Menschen, der eine gute und teure Geige hat, aber nicht spielen kann. Er nimmt sie aus dem Geigenkasten heraus und legt sie wieder zurück, fettet den Bogen an, nimmt die Geige in die Hand, doch sobald er spielen will, kommt nichts dabei heraus. Für ihn ist die Geige sinnlos. Er tut besser daran sie zu verkaufen, so wird er wenigstens seine finanzielle Lage verbessern. Folglich hat das Leben erst dann einen Sinn, wenn es der Mensch versteht. Versteht er das Leben und die Gesetze, die es regieren, dann kann er einen Nutzen daraus ziehen.

Die heutigen Menschen können das Leben in seiner Ganzheit nicht gut nutzen, weil sie entweder nur seine materielle Seite, nur seine geistige oder nur seine logische Seite verstehen. An sich ist der Mensch ein kompliziertes Wesen, zusammengesetzt aus verschiedenartigem Material und verschiedenartigen Kräften wie auch aus verschiedenartigen Gefühlen und Gedanken. Folglich – damit man das Leben in seiner Ganzheit versteht, sollte man sich erst einmal selbst verstehen.

Nachdem man sich selbst erforscht und erkannt hat, wird man das Leben verstehen und ihm einen Sinn geben. Die Heilige Schrift besagt, dass Gott den Menschen aus Erde formte, ihm den Lebenshauch in die Nase blies und so wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Wenn man sich schon auf der Erde befindet, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes, muss man lernen. Ist der Mensch mit dem größeren Auftrag zur Welt gekommen, der Menschheit zu helfen, muss er für sich selbst lernen, um Wissen zu erlangen und gleichzeitig, um seinen Nächsten zu helfen. Hat Christus nicht dasselbe getan? Einerseits lernte er, andererseits half er der Menschheit.

Als Schüler müsst ihr lernen, das erlangte Wissen zu benutzen. Ihr werdet erwidern, man soll alles umsonst bekommen. Nein, wenn der Schüler in der Grundschule nicht lernt, dann kann er nicht in die Mittelstufe übergehen; lernt er in der Mittelstufe nicht, dann kann er nicht in die Oberstufe übergehen; lernt er in der Oberstufe nicht, dann kann er nicht studieren. Im Leben bekommt man nichts umsonst. Solange er lebt, soll der Mensch die Lehren des Lebens nutzen, – sowohl die der Freuden als auch die der Leiden. Freude und Leid sind die beiden Seiten des Lebens. Viele wissen nicht, warum sie sich freuen und leiden sollen. Ohne Freude und Leid kann sich das Leben nicht offenbaren. Wo es keine Freude gibt, dort gibt es auch kein Leid und wo es kein Leid gibt, dort gibt es auch keine Freude. Das sind die Pole des Lebens, ohne sie kann sich das Leben nicht offenbaren. Gehen Tod und Leben nicht Hand in Hand? Der Tod ist die Rückseite des Lebens und das Leben – sein Gesicht. Ein Pferd zu beladen das ist die Vorderseite des Lebens – sein Gesicht; ein Pferd zu entladen ist die Rückseite des Lebens. Folglich – solange man lebt, beladet man sich ständig, wenn man stirbt, dann wird man entladen. Also, solange der Mensch lebt, belastet er sich, doch gleichzeitig entwickelt er sich: er entwickelt seine Sehkraft, mit Hilfe derer er wahre Eindrücke von der Außenwelt gewinnt. Sind seine Eindrücke richtig, dann hat er auch weniger Schwierigkeiten. Er entwickelt sein Gehör, um die Laute richtig zu vernehmen und das, was ihm gesagt wird. Parallel dazu entwickelt er sein Feingefühl, seinen Geruch- und Geschmackssinn, damit er sich richtig zu all dem verhält, was er von der Außenwelt aufnimmt. Würde der Mensch seine Erinnerungen und Eindrücke von den Leiden im Gedächtnis behalten, so würde er weniger Fehler und Verbrechen machen. Wer die Erinnerung an die erlebten Leiden nicht in Erinnerung behält, der steht auf der Stufe eines fleischfressenden Tieres. Der Wolf z.B. greift die Schafe an, frisst sie auf ohne dabei an die Leiden zu denken, die er ihnen zufügt. Er denkt, Gott habe das Schaf für ihn geschaffen, sonst wäre er dem Tod geweiht. Der Wolf nahm sich selbst das Recht die Schafe zu fressen. Er vergaß das ursprüngliche Futter, welches er einst benutzte. Dem Schaf und dem Wolf wurde bestimmt, Gras und Wurzeln zu fressen. Später hat sich der Wolf von der richtigen Ernährungsweise abgewandt. Auch der Mensch hat sich von der richtigen Ernährungsweise abgewandt. Gott bestimmte dem Menschen sich mit Früchten zu ernähren, dieser aber verletzte von sich aus dieses Gesetz. Vom Standpunkt der Hygiene ist die Fleischnahrung unrein. In den Tierzellen gibt es viel Schmutz, Mikroben, Exkremente; demzufolge ist man oft krank. Sich mit Fleisch zu ernähren und ganz gesund zu sein, ist unmöglich.

Die heutigen Physiologen und Hygieneärzte sagen, dass man seine jetzige Ernährungsweise ändern soll. Um das zu erreichen, muss man davon überzeugt sein. Dabei muss man wissen, welche Nahrung man benutzen soll. Im Augenblick gibt es keine gesündere Nahrung als Weizen. Doch weil heutzutage das Korn gemahlen und das Brot gebacken wird, geht ein großer Teil seiner Nährstoffe verloren. Um alle Nährstoffe des Weizens zu assimilieren, muss der Acker mit Liebe gepflügt, der Weizen mit Liebe gesät und geerntet werden. Während man das Vieh zur Arbeit einspannt, soll man liebevoll mit ihm umgehen. Nur Wenige glauben daran, aber eines Tages werden sich alle Menschen von der Wahrhaftigkeit meiner Worte überzeugen.

Ist man auf der Erde, dann muss man schon wissen, warum man da ist. Man ist auf der Erde um zu lernen, um das ewige Leben, das Leben der Unsterblichkeit zu erwerben. Um unsterblich zu werden, muss man kämpfen, sich von der Sklaverei, von den Einschränkungen des Todes befreien. Vorläufig ist auf der Erde kein Mensch frei. Um frei zu sein, muss der Mensch sich selbst gleichzeitig Herr und Diener sein. Hat er das nicht erreicht, dann versteht er die Freiheit und die Gesetze des Lebens nicht. Um Diener in der geistigen Welt zu sein, muss man mindestens vier Hochschulabschlüsse haben. Für den einfachsten und simplen Posten sind dort vier Hochschulabschlüsse notwendig. Für einen hohen Posten benötigt man eine Spezialausbildung. Es ist nicht leicht irgendeinen Posten in der geistigen Welt einzunehmen.

Folglich – wollt ihr das physische Leben teilweise verstehen, dann müsst ihr wenigstens vier Hochschulabschlüsse haben. Auch die Steine werden dann zu euch sprechen so wie heute die Schallplatten sprechen und singen. Das, was für den einen unmöglich ist, ist für den anderen möglich. Es wird der Tag kommen, an dem alle Menschen mit den Steinen sprechen werden. Früher war es für die Menschen unmöglich, dass eine Schallplatte spricht und singt; heutzutage ist das eine ganz gewöhnliche Sache. Nur das, was die Platte aufgenommen hat, kann sie wiedergeben.

Die Gelehrten wissen viele Dinge, trotzdem existiert auch für sie eine unsichtbare Seite, die auch sie nicht verstehen. Diese Seite des Lebens ist nichts anderes als das geistige Leben. Um dieses Leben zu verstehen, muss der Mensch seine inneren und äußeren Möglichkeiten studieren. In jedem Menschen gibt es versteckte Möglichkeiten und Reichtümer, die er selbst studieren muss. Wie studiert man so etwas? Mit der Hilfe eines berühmten Professors. Das Kind kann niemals ein Gelehrter werden, wenn es keine gelehrten Eltern hat. Die gelehrte Mutter und der gelehrte Vater sind die Voraussetzung für die Offenbarung der inneren Möglichkeiten im Kinde. Die Kuh wirft ein Kalb und nichts anderes. Sie hat innere Möglichkeiten, aber ihr fehlen die Voraussetzungen, um sie zu offenbaren. Die Welt benötigt geniale Mütter und Väter, um geniale Kinder zu gebären. Sie braucht auch geniale Lehrer. Viele Male muss der Mensch zur Welt kommen, um genial zu werden.

Deswegen sagte Christus: "Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er Reich Gottes nicht sehen." Um Bürger der Erde zu werden, muss der Mensch von Mutter und Vater geboren werden. Um Bürger der geistigen Welt zu werden, muss der Mensch vom Wasser und Geist geboren werden. Der Geist ist die vernünftige, starke Grundlage, die den Menschen in Gottes Reich führt. Das, was das Wasser, die Luft, das Licht, das Leben und der Geist für den Menschen tun können, kann keiner tun. Der Geist gibt dem Menschen das Größte. Es wurde gesagt, dass die Frucht des Geistes die Liebe ist. Solange der Geist den Menschen nicht berührt hat, solange sich der Mensch nicht mit seiner Frucht – der Liebe, ernährt, solange kann er nicht die Geheimnisse vom Reiche Gottes erlangen.

Ich wünsche euch allen, dass ihr euch mit der Frucht des Geistes – der Liebe ernährt. Sie allein befreit den Menschen von allen Widersprüchen und Beschränkungen. Ernährt euch mit Liebe, um eure eigenen Herren und Diener zu werden. Wenn ihr Herren und Diener euer selbst werdet, werdet ihr auch zu Dienern Gottes. Gott will Diener, die liebevoll dienen und Herren, die liebevoll herrschen.

Lauscht auf die Belehrung des Geistes, der von innen und von außen spricht.

Ein Vortrag aus dem Band "Die Sprache der Liebe", gehalten von dem Meister in der Gegend der Sieben Rilaseen

[1]Johannes Evangelium, Kap.13

Aus dem Bulgarischen übersetzt von Stanislava Stefanova

Lektorat: Angelika Todorov

Alle Mitglieder unseres Übersetzerteams arbeiten auf freiwilliger Basis und unentgeltlich. Wir wären für jegliche Unterstützung dankbar, besonders beim Redigieren, Veröffentlichen, bei der Herausgabe und dem Vertrieb dieser Texte.

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