Home English Russian French Bulgarian Polish Deutsch Slovak Spanish Italian Greek Esperanto
search help
search in titles only
  FontSize-- FontSize++  

 Diese, die auf Gott warten

Jetzt werde ich das 11.-e Kapitel vom Johannes Buch lesen. Heute werdet ihr über den 11.-en Vers vom gelesenen Kapitel nachdenken.

„Das sagte Er, und danach spricht Er zu ihnen: Lasarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe hin, ihn aufzuwecken.“ Es gibt nichts Besseres, als wenn Gott kommt jene aufzuwecken, die schlafen, denn dieser, der einschläft, stirbt für die Gebrechen des Lebens. Wer darf den Menschen aufwecken? Nur derjenige, der sich für ihn sorgt. Wenn die Mutter und der Vater ihr Kind aufwecken, zeigt das, dass sie sich für das Kind sorgen; also, wenn Gott uns aueweckt, zeigt das, dass Er sich für uns sorgt, dass Er uns auf den rechten Weg bringen möchte.

Ihr sagt über jemanden: „Dieser Mensch ist eingeschlafen, wir müssen ihn aufwecken.“ Warum aber? Denn der Schlafende tut nichts, er führt keine Handlung aus. Sowohl vom physischen Schlaf, als auch in geistiger Hinsicht muss der Mensch aufgeweckt sein. Viele können den Menschen aufwecken, aber es ist richtiger, dass Gott ihn aufweckt. Warum aber? Weil Gott die Sonne des Lebens ist. Wenn diese Sonne dich aufweckt, wird sie deine Augen öffnen, damit du richtig die Welt siehst und verstehst, und damit in dieser Welt arbeiten kannst; wenn aber dich ein anderer aufweckt, weckt er dich in Finsternis auf – was machst du in der Finsternis? Das Aufwecken beim Tageslicht hat einen Sinn, aber das Aufwecken in Finsternis hat keinen Sinn.

Jetzt mache ich eine Analogie zwischen die Sonne und die drei Gottesgesetze: das Morgengrauen im Leben stellt die Liebe dar, der Sonnenaufgang stellt die Weisheit dar und die Wahrheit ist der Senit – der höchste Punkt der Sonne, wovon sie nie untergeht. Tragt diese Gedanken im Kopf und überprüft dadurch eure Zustände.

Ich sage: alles, was ihr bis jetzt gehört habt, und was ihr weiter hört, ist das Wort Gottes. Dieser, der sich das Wort zu essen gibt, bleibt nicht hungrig; Dieser, der sich es nicht zu essen gibt, ist immer hungrig. Das Wort Gottes ist das Brot und das Wasser, die das Leben erhalten. Deshalb frage ich, welches Brott zum Essen besser ist – das Frische, oder das Altbackene, das vor Wochen vorbereitet ist? Selbstverständlich, das frische Brot. Welches Wasser ist besser zum Trinken – dieses, das heute entspringt, oder dieses, das vor tausenden Jahren entsprungen ist? Das heutige Wasser ist besser. Welche Sonne ist für euch wichtiger – die Sonne, die heute aufgeht, oder jene, die vor tausenden Jahren aufgegangen ist? Der heutigen Sonnenaufgang ist der Wichtigste für uns. Also, das wichtigste Wort für die Leute ist dieses, welches heute Gott zu ihnen spricht. In der Vergangenheit hat Gott zu den Leuten nach dem Grad ihrer Entwicklung gesprochen und in der Zuckunft wird Er zu ihnen auch nach dem Grad ihrer Entwicklung sprechen. Wenn das Kind noch klein ist, spricht die Mutter zu ihm auf eine Weise, wenn es ein großer Sohn oder eine große Tochter wird, spricht sie auf andere Weise, wichtig aber ist der heutige Moment, sei es für das Kind, zu dem die Mutter spricht, oder für den Menschen, zu dem Gott spricht.

Ihr sagt: „Einst hat Mutter zu uns als zu Kindern gesprochen, ihre Sprache war strenger, belehrender als jetzt; heute spricht sie zu uns als zu Erwachsenen, als zu vernünftigen Menschen.“ – aber zwischen der ersten Sprache der Mutter und der Heutigen gibt es keinen Widerspruch. Zum kleinen Kind spricht sie nach seinem Manier, sie entstellt die Worte, passt sich an ihm an, damit es sie versteht; es wird aber der Tag kommen, wenn die Mutter zu seinem Kind auf eine vollkommene Sprache reden wird. Diese Sprache ist die Sprache der aufgehenden Sonne, d.h. die Sprache der Weisheit. In der Sprache der Liebe ist es der Mutter erlaubt, nach der Entwicklung des Kindes zu plappern oder die Worte zu entstellen. In der Sprache der Weisheit aber sind keine Entstellungen, keine Veränderungen erlaubt – die Weisheit macht alles richtig, ihre Sprache ist vollkommen. Doch die Wahrheit schätzt alles in ihrer Vollständigkeit ein. Deshalb ist es nicht wichtig, was für ein Leben ihr in der Vergangenheit gehabt habt – lasst dieses Leben zur Seite; was für ein Leben ihr jetzt habt, das soll wichtig für euch sein. Über die Zukunft macht ihr euch keine Gedanken; wenn ihr euch vor der Zukuft hinstellt, wird sie Gegenwart – die Vergangenheit ist eine vergangene Gegenwart, die Zukunft ist eine zukünftige Gegenwart. An diese zwei Leben der Gegenwart denkt ihr nicht – denkt nur an ihr heutiges Leben.

Ihr sagt: „Was ist das Wichtigste für den Menschen?“. Das Wichtigste für den Menschen ist, dass er isst, das Wichtigste für den Menschen ist, dass er sieht, das Wichtigste für den Menschen ist, dass er hört, das Wichtigste für den Menschen ist, dass er die Süsse des Herrn Wortes kostet, das Wichtigste für den Menschen ist, dass er aufwächst, sein Herz reinigt, seine Vernunft entwickelt, usw. Es gibt nichts Besseres für den Menschen als das, alles andere ist vergänglich. Der Mensch wächst bis ein gewisses Alter auf, und danach hört sein Aufwachsen auf; in dieser Hinsicht ist das Aufwachsen dem Aufsteigen eines Berggipfels ähnlich – der Mensch eilt, um den Gipfel hinaufzusteigen, will eher ihn erreichen und infolge dessen wird verschwitzt und müde. Wenn er den Gipfel aufsteigt, blickt er um sich herum, bleibt ein bisschen dort und denkt schon an Hinuntersteigen – er versteht, dass er am Gipfel nicht leben kann, weil die Gesetze dort nicht kennt. Und wirklich, die Gesetze der höhen Stellen sind ja ganz verschieden von denen der niedrigen Stellen.

Also, das Hinaufsteigen stellt die Jugend dar, und das Hinuntersteigen – das Alter. Der Junge steigt den Gipfel auf, bleibt ein bisschen dort, sieht aber, dass er dort nicht lange leben kann und allmählich fängt an hinunterzusteigen; das Hinuntersteigen ist das menschliche Altern – der Mensch sieht, dass die Kräfte ihn verlassen, sein Körper krümmt, seine Augen und Ohre werden swächer, er will nicht essen, nichts mehr ist ihm süss und angenehm. Deshalb eigentlich, solange wir den Berg hinaufsteigen, hat das Leben einen Sinn. Warum aber? Weil wir noch jung sind. Fangen wir an hinunterzusteigen, dann verliert das Leben seinen Sinn. Warum aber? Weil wir alt werden. Die Jugend und das Alter,d.h. das Hinaufsteigen und das Hinuntersteigen, sind Phasen des gewöhnlichen, vorübergehenden Lebens. Im Ewigen Leben aber gibt es im Gegensatz dazu ein ständiges Hinaufsteigen – in diesem Leben kann der Mesch hinuntersteigen, nur wenn er jemandem helfen will. Dann aber kehrt er wieder zurück, d.h. setzt sein Hinaufsteigen wieder fort. Sowohl im physischen, als auch im Geistesleben gibt es ein Hinaufsteigen und ein Hinuntersteigen: wenn sich der Mensch entmutigen lässt, oder wenn sein Leben schon keinen Sinn hat, dann ist er vom Gipfel hinuntergestiegen, wenn er den Sinn findet, erreicht er wieder den Gipfel. In diesem Sinn sind die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit hohe Gipfel und erreicht man sie einmal, muss dort bleiben, und die Gesetze dort standhalten. Hält man sie nicht stand, wird man alt und verliert auch seine Kraft und seine Gesundheit – alles, was man früher gehabt hat. Und dann, wenn die Große Mutter – die Liebe, an ihm vorübergeht, wird sie sagen: „Geh ich ihn aufwecken!“. Und wenn sie ihn aufweckt, wird sie ihn wieder auf den Gipfel hinauftragen. Ihr wisst das schon und sollt euch jetzt nicht entmutigen lassen – dieser, der einmal erwacht ist, muss aufpassen, dass er nicht wieder einschläft; jener, der schläft, kann sich wünschen, dass Gott ihn aufweckt. Dieser, der den Berg aufsteigt, der muss auch die Gesetze des Berges erlehren, damit er nicht hinuntersteigt; jener, der hinuntersteigt, soll zu Gott beten, dass Er ihn aufweckt, d.h. ihn auf den rechten Weg bringt, damit er aufsteigen kann.

Diejenige von euch, die nach Sofia gehen werden, müssen sich jetzt nach Gott richten, wenn sie möchten, dass ihre Schritte und Wege richtig sind. Sofia ist ein Emblem der Weisheit – ihr müsst in der Stadt nicht hinuntergehen, sondern hinaufgehen, wie an eine Stelle der Weisheit.1 Diese, die nicht abreisen, bleiben hier, an den hohen Stellen. Jener, der hinuntergeht, wird alt; dieser, der hinaufgeht, wird junger. Wollt ihr den Sinn des Lebens verstehen, müsst ihr den inneren Zusammenhang unter den drei Gipfeln – die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit, sehen. Begreift ihr den Sinn des Lebens, dann werdet ihr an den hohen Stellen leben können. Wir leben doch so viel Zeit in den Höhen des Rilagebirges dank den Karakatschanen und ihren Pferden – sie bringen uns Brot, Kartoffeln, Bohne, Butter, Käse, u.s.w. Wenn man diese Dinge hat, gibt es Lieder, und Predigten gibt es auch. Die Karakatschanen stellen das Leben dar, das mit den Pferden kommt, um etwas den Leuten auf der Erde zu bringen – solange das Leben uns etwas bringt, werden wir was zum Essen und zum Trinken haben, und gleichzeitig damit werden wir hören, was Gott uns sagt.

Ich sage: was ihr bis jetzt gehört habt, setzt es in Wirklichkeit um, ohne an die Vergangenheit zu denken. Das tägliche Brot zu haben, soll für euch das Wichtigste sein – dieses Brot ist das Wort Gottes. Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als das Wort Gottes zu hören! Es ist im Vaterunser gesagt: „unser tägliches Brott gib uns heute“ – des Herrn Wort ist das tägliche Brot für die Seele, das sie jeden Tag braucht. Wenn man der Seele das Wort zu essen gegeben hat, wird sie mächtig, groß. Dieser, der seiner Seele das Wort zu essen gegeben hat, ist heute Bürger des Reiches Gottes. Jetzt bereitet ihr euch vor, auch Bürger dieses Reiches zu werden; wenn ihr euch das Wort Gottes zu essen gebt, werdet ihr die Tür des Reiches Gottes für euch offen finden. Deshalb müsst ihr völlig gesund sein und gesunde Beine, Hände, Augen, Ohren, Vernunft und Herz haben. Meint nicht, dass wenn ihr krank seid, wird man ihr ins Gottes Reich auf eine Tragbahre hineintragen – im Gottes Reich nimmt man keine Kranken auf. Macht sich die Tür einmal auf, treten nur jene hinein, die gesund sind und aufstehen können; diese, die krank sind und vom Bett sich nicht erheben können, werden warten, bis sich die Tür des Reiches Gottes zum zweiten Mal öffnet. Das bedeutet, dass diese, die die Gottes Stimme hören, wieder lebendig werden; jene, die die Gottes Stimme nicht hören, werden auf andere Zeiten warten.

Also, dieser, der den Berg hinaufgestiegen ist, soll dort bleiben und nicht zurückkehren; jener, der schon hinuntergestiegen ist, muss zu Gott beten, wieder hinaufzusteigen. Deshalb brecht die Verbindung mit den Karakatschanen,d.h. mit dem Leben, nicht ab – lasst ihr sie hinaufsteigen und hinuntersteigen, und euch alles mitbringen, was notwendig für den Lebensunterhalt im Berg ist.

Ich wünsche euch heute einen angenehmen Tag – pflügt, säet, erntet und seiet munter! Wenn Gott kommt, soll man munter und bereit sein, ihn anzunehmen. Dort, wo Gott ist, gibt es auch Leben, und Licht, und Freiheit; wenn Gott nicht da ist, geschieht es nichts; ohne Gott ist das Leben fruchtlos – und jeder merkt, dass es ihm etwas Wichtiges fählt.

Jetzt haben wir ein bisschen gewartet, dass die Sonne aufgeht, denn mit dem Sonnenaufgang wird die Menschenkraft größer. Deshalb nämlich ist in der Heiligen Schrift gesagt: „Diesen, die auf Gott warten, wird sich die Kraft doppeln lassen“ – das bedeutet, dass die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit für diejenige kommen werden, die auf Gott warten. Das ist vor zweitausend Jahren gesagt, jetzt sage ich euch: es ist nicht genug, nur auf Gott zu warten, ihr müsst ganz fertig sein – gesund, gekleidet, sauber, und wenn sich die Tür des Reiches Gottes öffnet, müsst ihr gleich hineintreten. Jeder wird allein eintreten, festlich und frei, ohne auf jemanden, der ihn anzustoßen oder auf eine Tragbahre hineinzutragen, zu warten. Seiet fertig, weil die Tür bald aufgemacht wird. Sowohl das Licht überall dringt, allein, frei, ohne Einladung, als auch ihr sollt so ins Gottes Reich eintreten – der Gesetz ist solcher. Und wenn sich die Tür öffnet, tretet hinein, ohne zu fragen: „Ist es schon Zeit? Werde ich drinnen gut aufgenommen?“. Wenn die Tür nicht geöffnet ist, dann werdet ihr euch vorbereiten und warten, bis sie sich öffnet; solange ihr darauf wartet, solt ihr arbeiten, um die notwendige Freiheit euer Handlungen zu erreichen. Seiet wie das Licht, falls ihr ungehindert ins Gottes Reich eintreten wollt – das ist die erste Bedingung für das Eintreten ins Himmelreich.

10.August, Jahre 1931, 05h

1 Sofia liegt im Tal, und nicht im Rilagebirge

 

Home English Russian French Bulgarian Polish Deutsch Slovak Spanish Italian Greek Esperanto

About    Search History    Top 100    Search Help