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 Gedanke, Gefühl und Handlung

Fünfzehnter Vortrag, der vom Meister

am Mittwoch dem 7. Juni 1922, in Sofia

vor der Jugendokkultklasse gehalten worden ist.

Stilles Gebet

Jeder richtige Gedanke ist die Erscheinung einer göttlichen Idee. Da menschli –che Leben beginnt mit dem Gedanken. Wenn der Mensch denkt, besitzt er Bewusst- sein und sieht er ein, dass er lebt. Damit der Gedanke lebendig ist, soll er von einem Gefühl begleitet werden. Dies bedeutet ein Herabkommen eines Gedankens in die reale Welt, in die Welt der Formen. Damit das Gefühl positiv ist, soll es von einer Willenshandlung begleitet werden. Unter dem Wort Handlung verstehen wir jene Grenze, bis zu welcher Äusserung der Geist geht. Die Gedanken, die Gefühle und die Handlungen zeigen also die Stationen des Geistes. Der Gedanke ist die erste Station, das Gefühl ist die zweite und die Handlung ist die dritte Station des Geistes. Der Weg, auf dem sich der Geist bewegt, ist nur unter der Bedingung harmonisch, dass keine Seitenflüsse in den Gedanken, den Gefühlen und Handlungen erscheinen.

Wie sieht der Hellseher die Gedanken, Gefühle und die Handlungen? In gewissen Formen und Farben.

Oft werden die Menschen krank, verlieren das Bewusstsein, u.s.w. das sieht anormal aus. Diese Dinge sind wirklich anormal und sie sind auf die disharmonischen Gedanken, Gefühle und Handlungen zurückzuführen. Das Leben der gegenwärtigen Menschen ist voller solcher Anormalitäten. Jemand sitzt und überlegt, seine Gedanke ist klar, seine Gefühle sind still und ruhig und er sagt sich, dass er in voller Harmonie ist. Plötzlich kommt ihm ein Gedanke oder ein Gefühl das im Gegensatz zu seinem ersten Gedanken und Gefühl steht und es tritt eine grosse Disharmonie bei ihm ein. Er verliert seinen vorläufigen Zustand und wird traurig. Wenn ihn die fortgeschrittenen Wesen aus der unsichtbaren Welt sehen, was werden sie von ihm sagen?

Wenn also in den Gedanken des Menschen zwei entgegengesetzte Ideen oder zwei entgegengesetzte Prinzipien durchdringen, schaffen sie in seinem Bewusstsein einen Zwiespalt. Jeder Zwiespalt nimmt dem Menschen seine Freiheit weg. Das sollen alle wissen. Nie sollen in den Verstand des Menschen zwei entgegengesetzte gedanken eindringen.

Macht den folgenden Versuch, um euch von der Wahrheit meiner Worte zu überzeugen. Schickt einen Monat lang, jeden Morgen einen guten, hellen Gedanken zu ein und demselben Menschen und seht, wie das Ergebnis sein wird. Gleichzeitig gebt jeden Morgen über den Zeitraum eines Monats einem armen Menschen einen Leva und am Ende des Monats vergleicht die Resultate dieser beiden Versuche. Beim ersten Versuch werdet ihr bessere Resultate haben als beim Zweiten. Warum? Weil ihr beim ersten Versuch dem Menschen euren guten reinen Gedanken, welcher direkt aus euch kommt, zuschickt. Beim zweiten Versuch ist das Geldstück schon durch viele Hände, durch viele Menschen gegangen und jeder hat eine Prägung seines Gedankens auf der Münze hinterlassen, bevor sie in die Hand des armen Menschen gereicht wurde. Alle diese Gedanken waren nicht besonders harmonisch, weshalb sie einen Widerspruch, einen Zwiespalt im Bewusstsein des Menschen schaffen. Viele Münzen, von den Jahrhunderten geblieben, bringen die Prägungen der Gedanken und Gefühle jener Menschen welche damals gelebt haben. Wenn ich deshalb sage, dass viele der alten Ideen und Gedanken durch neue ersetzt werden sollen, meine ich damit, dass die Formen dieser Gedanken aus der astralen und mentalen Welt wie auf den Münzen geprägt sind, d.h. im Bewusstsein des Menschen, wie auf einem Klischee abgedruckt sind, nur unrein und verkehrt.

Sodass das Geld selbst nicht unrein ist, sondern es trägt die Prägungen der Vergangenheit mit sich.

Sonst stellt das Geld als Emblem das Leben des bewussten, denkenden Menschen dar. Wenn wir sagen, dass es auch ohne Geld geht, meinen wir, dass jene Gedanken aus der Vergangenheit des Menschen, welche das Geld geschaffen haben, sich heute verändern sollen. Zur Zeit ist das Geld ein Resultat jenes menschlichen Gedankens, der es früher geschaffen hat. Diese Gedanken, durch die Jahrhunderte gegangen, sind heutzutage so verdorben, dass sie einen negativen Einfluss auf das menschliche Leben ausüben. Trotzdem befindet sich das Geld heute im Sinn jedes Menschen. Ich frage, warum es nicht möglich ist, ohne Geld zu leben? Heute spielt das Geld eine wichtige Rolle im Leben des Menschen. Die menschen betrachten das Geld als den ersten Faktor in ihrem Leben. Wenn jemand von euch um die ganze Welt reisen will, soll er keinen Gedanken vom Geld in sich haben. Er kann ohne fünf Lewa in der Tasche reisen. Das heisst okkulter Schüler! Eure Tasche kann voll Geld sein, aber euer Verstand, eure Gedanken, sollen absolut frei vom Geld sein. Auch das Umgekehrte ist wahr. Ihr könnt kein Geld in der Tasche haben und euer Verstand kann voll von Gedanken an Geld sein. Dies ist die Idee, die ich unterstütze, indem ich sage, dass man auch ohne Geld leben kann.

Die okkulten Schüler der verschiedenen Schulen haben eine Reihe von versuchen unternommen, ohne Geld eine gewisse Zeit lang zu leben. Ihr seid jetzt nur davon informiert und noch keine Schüler. Zuerst sollt ihr glaubend werden und dann Schüler. Um glaubend zu werden, macht auch einen solchen Versuch, um sehen zu können, wie lange ihr es aushalten werdet. Es sollen aber nur diejenigen unter euch diesen Versuch machen, die bereit sind, ihn bewusst zu erfüllen. Der versuch besteht darin, einen Monat ohne Geld zu verbringen. Wenn manche Angestelle sind und ei-nen Lohn bekommen, oder andere Einkünfte haben, sollen sie auf ihre Einkünfte bewusst verzichten und sie den Armen geben oder etwas anderes damit machen, aber sie sollen ganz ohne Geld bleiben. Während dieser Zeit sollt ihr arbeiten, ohne an Geld zu denken. Euer Sinn soll aufwärts, auf die Göttliche Welt konzentriert sein und ihr sollt keine Angst haben und sollt nicht denken, wie ihr den Tag verbringen werdet. Durch diesen versuch werdet ihr sehen, wie der Geist arbeitet. Diejenigen, welche einverstanden sind, diesen Versuch zu machen, sollen wissen, dass der Termin zwölf Monate ist. Innerhalb dieser Zeit sollen sie ihn machen. Nach einem Jahr gibt es keinen Sinn mehr, ihn zu machen. Während des Versuchs sollt ihr euch vorstellen, dass ihr der letzte arme Mensch seid und nichts habt.

Diejenigen, von euch, welche vorhaben, diesen Versuch zu machen, sollen ihre Absicht geheimhalten. Solange sie noch kein Resultat davon bekommen haben, soll man davon nicht sprechen. Manche denken, dass der Versuch leicht ist, weil sie zuhause essen und kein Geld brauchen werden. Nein, das ist keine Lösung der Auf- gabe. Um die Aufgabe richtig zu lösen, sollt ihr euch in die Lage eines Menschen versetzen, der kein Geld in der Tasche hat und sich in einer fremden, ihm völlig unbekannten Stadt, wie z.B. New York oder London es sind, befindet und weder die Sprache kann noch jemanden kennt.

Was wird er in dieser Situation tun? Ihm bleibt nichts anderes übrig, als zu einem Hafen zu gehen, oder irgendwo hin, wo er als Gepäckträger arbeiten kann, um seine Verpflegung zu verdienen. Wenn ihr ein Student seid und in einer Gaststätte esst, dann sollt ihr folgendermaßen handeln, wenn ihr den Versuch machen wollt. Ihr sollt das Geld, das ihr noch habt, verschenken. Wenn die Zeit zum Mittagessen kommt, sollt ihr in das gleiche Gasthaus oder in ein anderes gehen und den Besitzer bitten, die Tische abräumen und dafür ein Mittagessen bekom- men zu können. Wenn ihr satt werdet, sollt ihr nicht an das Abendessen denken. Ein Mittagessen ist genug. Denkt auch nicht an den nächsten Tag. Jeder tag wird euch das Seine geben, ihr sollt nur mit einer Arbeit rechnen. Eure Arbeit soll euch ein Mittagessen sichern. Wenn ihr in einem Gasthaus nicht aushelfen könnt, dann geht zu einem Unternehmer und bittet um eine Arbeit, wie Ziegel tragen, Kalk rühren oder ähnliches, auf einer Baustelle. Wenn ihr eure Verpflegung für den Tag sichert, ist das genug. Nur auf diese Weise werdet ihr verstehen, wie das Göttliche gesetz arbeitet.

Gleichzeitig werdet ihr verstehen, dass es ausser dem physischen Leben, auch noch ein anderes, erhabeneres gibt, in welchem alle Dinge vorgesehen und vernünftig vorherbestimmt sind. Schon bei der Geburt eines Menschen ist ihm ein Kredit bestimmt womit er rechnen kann. Ausserhalb des physischen Lebens gibt es andere Gesetze, die unser Leben regulieren. Weil die Menschen diese Gesetze nicht kennen, denken sie, dass alles nach den Gesetzen der physischen Welt funktionieren würde. Dank dieses Verständnisses der gegenwärtigen Menschen entsteht das Böse. Indem die Menschen denken, dass jeder für sich sorgen müsse, streben sie nach Sicherung. Jeder versucht sich zu versorgen, infolge desssen strebt er nach Geld, kauft und verkauft Grundstücke, aber dank dessen verfaulen tausende von Kilogramm an Nahrung und tausende von Menschen verhungern in den Städten.

Ich sage euch auch noch etwas anderes von diesem Versuch. Diejenigen von euch, die Angst vor dem Hunger haben, sollen den Versuch nicht machen. Wenn aber jemand den Versuch beginnt und auf Schwierigkeiten trifft, der soll, anstatt zu fallen, zu mir kommen, und ich helfe ihm irgendwie. Ich lasse niemanden fallen. Wenn euch ein Monat zu lange erscheint, macht den Versuch nur während einer Woche. Diejenigen von euch, die bei ihren Eltern wohnen, können den Versuch auch machen, indem sie sich vornehmen, dass das Essen ausschliesslich durch Arbeit verdient werden soll. Es gibt immer etwas zu helfen zu Hause, sei es der Mutter, oder dem Vater, um sich ein Stück Brot zu verdienen. Dieser Versuch hat zum Ziel, euch von der Angst, vom Gedanken an den morgigen Tag zu befreien. Ihr sollt euch auf jenes grosse Gesetz in der Welt, welches alles reguliert, verlassen.

Wenn man den Schülern Aufgaben gibt, soll man sie nicht nur dem wörtlichen Sinn, sondern dem Inhalt und Sinn nach verstehen. Jemand kann diesen Versuch beginnen, aber nachdem er seine Verpflegung für den Tag nicht verdienen konnte, sagt er:”Macht nichts, heute faste ich.” Nein, dieser Versuch schliesst jedes Fasten aus, es ist bestimmt worden, dass ihr jeden Tag etwas Arbeitet, wenigstens ein bis zwei Stunden, um einen Teil eurer Energie zu verbrauchen, die ihr dann durch das Essen beschaffen werdet. Nur so werdet ihr lernen, auf das grosse Gesetz zu vertrauen, welches das Leben bewegt. Zur Zeit ist dieser Versuch nicht schwer, ihr könnt ihn für eine Woche anwenden.

Je tiefer ihr in die Liebe eindringt, umso schwieriger werden die Prüfungen sein. Es werden euch Aufgaben gegeben werden, die euch mehrmals am Tag zum Schwitzen bringen werden. So ist der Weg des Schülers. Das Privileg des Schülers besteht darin, dass er alle Leiden und Schwierigkeiten bewusst erleben wird. Er wird wissen, warum und wozu sie kommen. Auch wenn ihr ausserhalb der Schule seid, werdet ihr wiederum diese Prüfungen und Leiden erleben. Aber ihr werdet nicht wissen, warum. Das Privileg für den okkulten Schüler besteht in dem Licht, über das er verfügt. Bewusst oder unbewusst, muss der Mensch durch die Schwie- rigkeiten und Prüfungen im Leben gehen. Sie können nicht vermieden werden. Erlebt er sie unbewusst, dann wird er auf eine Reihe von Gegensätzen stossen. Wenn er sie bewusst erlebt, wird er den Segen Gottes bekommen und wird wissen, warum er sie erleben sollte. Wenn man die Leiden so erlebt, tritt in die Seele des Menschen Frieden und Freude ein. Jetzt, als Schüler der Grossen Schule, sollt ihr das Leben bewusst und mit Freude betrachten. Dabei ist es nicht unser Ziel, euch das Leiden abzunehmen, sondern euch zu zeigen, wie ihr es nützen könnt. Zur Zeit sind die Leiden das grösste Wohl, das man euch im Leben geben kann. Jedes Leid ist an seiner Stelle und birgt in sich einen tiefen Sinn. Warum leidet der Mensch? Das ist eines der Geheimnisse des Daseins. Wenn die Leiden kommen, soll sie jeder ertragen, ohne zu fragen, warum sie gekommen sind. Nachdem sie vorüber sind, wird man sie verstehen. Christus, der grosse Lehrer der Menschheit, unterzog sich den grössten Leiden, die jemals auf der Welt bestanden haben, ohne dass ihm eine Antwort gegeben wurde, warum er leidet. Anstatt einer Antwort hat man ihn gekreuzigt und im die Seite durchbohrt, aus der Blut und Wasser flossen und man ließ ihn selbst die Ursache für seine Leiden finden. Indem er keine Antwort bekommen hat, sagte er:”Dein Wille geschehe, mein Gott!” Also Christus musste auch durch die Leiden gehen, ohne eine Erklärung dafür zu bekommen. Er musste durch diese Prüfung gehen.

Jetzt wollt ihr, wenn man euch ein Leid gibt, gleich danach auch die Erklärung dafür bekommen. Nein, die Erklärungen der Leiden kommen erst, nachdem ihr sie vollbracht habt, nachdem die Prüfung zu ende ist. Bis zu dieser Zeit sollt ihr denken. Wenn ihr auf ein Leid stosst, sollt ihr tief in euch hineinsagen:”So ist der vernünftige Wille Gottes,! So ist der grosse Göttliche Wille! So ist der wille des unendlichen Kosmos!” Jede andere Erklärung wird euch in Sünde und Verbrechen werfen. Wenn im moment des Leides jemand kommt und euch die Ursachen dieses Leides erklärt, wird er euch das grösste böse herbeiführen.

Bedauert euch wegen der Leiden also nicht, welche euch gegeben werden. Wenn ihr euch deswegen bedauert, sollt ihr euch auch wegen der Liebe bedauern, welche euch gegeben wird. Es besteht ein Gesetz! Nach jedem Leid kommt Freude und Liebe. Dieses Gesetz kann man prüfen. Je grösser das Leid wird, umso mehr wird auch die Liebe. Je weniger Leid, umso weniger wird auch die Liebe.

Also ist das Maß der Liebe das Leid. Die Liebe wächst vernünftig, sie strömt allmählich. So dass das Leid und die Liebe paralell laufen und gleichzeitig am Aufbau der menschlichen Seele teilnehmen.

Stilles Gebet

Vorwärts in die unendliche Liebe!

 

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