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 Verbindungen des Wissens

Vierzehnter Vortrag, der vom Meister

Am Mittwoch dem 31. Mai in Sofia

Vor der Jugendokkultklasse gehalten worden ist.

Stilles Gebet

Es wurden die Aufsätze zum Thema.”Warum sollen wir lieben und warum sollen wir geliebt werden,” gelesen.

Ihr habt die Aufsätze gut geschrieben, aber nur ihrer Form nach, nicht nach Inhalt und Sinn. Habt ihr das erlebt, was ihr geschrieben habt? Die Weise, auf die ihr beim schreiben des Aufsatzes überlegt habt, ist involutionär. Um sich von dieser Methode zu befreien, sollt ihr eure Aufmerksamkeit auf die Natur lenken und von ihr eine Antwort auf die gestellten Fragen finden. Euren Überlegungen dach sagt ihr:”Wer liebt, gibt.” Ich frage:”Wer isst, gibt der etwas?” Nicht nur, dass er nichts gibt, sondern er nimmt auch noch. Antwortet dann auf die Frage, warum der Mensch essen muss? Also, wer liebt, der gibt alles. Wer geliebt wird, der nimmt alles. Dabei, wenn jemand einen liebt, beherrscht er ihn gleichzeitig. Wenn der herr seinen Diener liebt, gibt er ihm keine Möglichkeit sich zu äussern. Wenn ihr euer Pferd liebt, gebt ihr ihm keine Freiheit. Was gibt dann die Liebe? Nichts. Wie ihr seht, ist die Grundlage eurer Überlegungen nicht richtig. Wendet diese Überlegungen im praktischen Leben an, um ihre Ergebnisse zu sehen. Sobald ihr sie in eurem Leben anwenden wollt, werdet ihr auf eine Reihe von Widersprüchen stossen. Eurer meinung nach nimmt der, der geliebt wird nur und wer liebt, gibt alles.

Ich werde folgendes Beispiel geben, um die fragen der Liebe zu erklären. Wenn ein junger Mann in eine Kneipe geht, beginnt der Wirt ihn gleich zu lieben. Wie drückt er seine Liebe aus? Indem er ihm Wein zu trinken gibt. Der Wirt füllt die Gläser, einums andere Mal und der junge Mann trinkt. Er nimmt nur. Der junge Mann füllt sich, der Wirt füllt sich auch, mit einem Unterschied nur. Was der Trinker nimmt, davon bleibt nichts für ihn. Was der Wirt vom Trinker nimmt, da bleibt alles für ihn. Er nimmt vom Trinker Geld, Äcker, Häuser, seinen ganzen materiellen und gesundheitlichen Zustand.

Die Liebe von der die Menschen sprechen gleicht also einer Liebe zwischen dem Wirt und dem Trinker. Ist das eine ideale Liebe? Diese Liebe ist nicht ideal, aber trotzdem behaupten die Leute, dass es etwas Göttliches in dieser Liebe gäbe. In welcher Liebe gibt es Göttliche Äusserungen? Wenn man euch jetzt einer Prüfung unterzieht, würde keiner von euch seine Prüfung in der Liebe bestehen. Also, ihr sprecht das Eine und macht etwas anderes. Ist das denn die Wahrheit, das was ihr schreibt? Jemand schreibt, dass die Liebe ein Opfer verlangt. Wisst ihr, was das Opfer darstellt? Das Opfer soll man vor allem freiwillig bringen, nicht mit Gewalt. Habt ihr euch freiwillig geopfert?

Wir haben jetzt, wie ihr gesehen habt, eine kleine Analyse der Aufsätze, die ihr heute geschrieben habt, gemacht.

Ich frage:”Warum sollt ihr lieben und warum soll man euch lieben? Braucht ihr das? “ Ihr braucht weder das Eine, noch das Andere. Die liebe ist ausserhalb jedes Gesetzes. Also, wenn es nötig ist zu lieben, dann zeigt dies an, dass irgend ein Gesetz euch zwingt, das zu machen. Wo es ein Gesetz gibt, dort gibt es auch eine Einschränkung. Wie werdet ihr euch diesen Widerspruch erklären? Wenn euch eine äusseNotwendigkeit, ein gesetz zum Lieben zwingt, ist das keine Liebe mehr. Und zusätzlich, wenn ihr geliebt habt, was habt ihr gewonnen, und was verloren? Was für Erfahrungen habt ihr in dieser Hinsicht gemacht.? Indem ich diese Fragen stelle, möchte ich euch veranlassen, richtig zu denken, damit ihr zur Realität gelangt. Damit verneine ich die Dinge nicht, behaupte aber, dass ihr alte Ideen festhaltet.

Zu lieben und geliebt zu werden, das z.B. sind alte Ideen. Ideen von Männern und Frauen. Die Männer wollen erobern und die Frauen wollen geliebt werden. Dieser Art Ideen existieren seit je her und die gegenwärtigen Menschen nehmen sie, färben sie äusserlich ein bisschen um, schmückem sie mit verschiedenfarbigen Perlen und glänzenden Sternchen, bis sie einer Dorfschönheit zu ähneln beginnen. Aud diese Weise stellt man sie als etwas Neues vor. Wenn ihr damit nicht einverstan-den seid, zeigt mir zwei Personen, welche nach dieser Liebe lebten und ihr Leben ideal beendet haben. Wie haben zwei Freunde ihre Beziehung beendet, die nach dieser Liebe gelebt haben? Wenn ihr die ganze geschichte der mensch -lichen Entwicklung verfolgt, werdet ihr darin kaum zwei Personen begegnen, die nach dieser Liebe gelebt und ihr Leben gut beendet haben.

Indem ich auf diese weise spreche, möchte ich nicht sagen, dass die Überlegungen nicht richtig seien. Sie sind richtig aus eurer Sicht. Aus der Sicht der okkulten Wissenschaft sind sie aber nicht rechtens. Wenn man zur Liebe kommt, werden keine Debatten geführt.

Die Liebe schliesst alle Fragen aus.

Die Liebe schliesst alle Widersprüche aus.

Die Liebe schliesst alle Gewalt aus.

Die Liebe schliesst alle Einschränkungen aus.

Wie werdet ihr jetzt, nachdem ihr diese Maximen wisst, die Liebe bestimmen? Eurer Liebe fehlt ein neues Element, welches ihr selbst finden sollt. Könnt ihr ergründen, welches Element eurer Liebe fehlt?

Jetzt stelle ich euch die Frage, warum ihr jemanden anschaut und warum ihr angeblickt werdet. Wer ansieht und wer angesehen wird, macht ein und denselben Prozess durch. Der eine fragt:”Warum siehst du mich?” der Andere fragt:”Siehst du mich micht?” Beide sehen sich aber zu gleichen Zeit. Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen diesen zwei Prozessen? Der Unterschied ist sehr klein, kam zu bemerken damit man diesen Unterschied begreift, werde ich folgendes Beispiel zitieren: Zwei feindliche Truppen liefern sich ein gefecht. Die Eine greift an. Eurer Meinung nach äussert sie eine aktive Liebe. Die Andere verteidigt sich – sie äussert eine passive Liebe. Diejenigen, welche angreifen, wie auch die Anderen, die sich verteidigen, handeln auf die gleiche Weise. Beide benutzen Maschinengewehrfeuer. Der unterschied besteht nur darin, dass die Einen sich bewegen und die Anderen an einem Platz bleiben. Die Einen versetzen ihre Positionen und die Anderen halten sich zu ihren Positionen. Sonst gibt es keinen wesentlichen Unterschied. So gering ist der Unterschied auch zwischen den beiden Situationen, welche wir vorher erörtert haben – zu lieben und geliebt zu werden.

Wenn ihr die Liebe ideenhaft behandelt,, sollt ihr auf die kleinste Liebe achten. Die kleinste Liebe ist die begrenzte Liebe. Wenn die Frage danach ist, warum wir lieben und geliebt werden sollen, so ist das die begrenzte Liebe, d.h. eine Liebe mit Grenzen. Ihr vermischt die begrenzte, mit der grenzenlosen Liebe, aber sie unterscheiden sich gründlich. Wenn ihr kein Geld habt, geht ihr zur Bank und wollt einen Kredit aufnehmen. In diesem Fall gibt die Bank und ihr nehmt. Der Bankier ist die passive Seite und ihr, die ihr von aussen kommt, seid die aktive. Ihr greift euren Feind an und er gibt entweder oder er gibt nicht. Dieses Beispiel erklärt den grad und den Charakter eurer Gefühle.

Als Schüler einer okkulten Schule sollt ihr eure Gefühle analysieren und sollt wissen, über was für ein Material ihr verfügt und daraus könnt ihr ersehen was für Resultate ihr haben werdet. Solange der Mensch diese Dinge nicht begreift, wird er in komische Situationen geraten. Jemand wir ihm begegnen und wir ihn fragen:”Warum siehst du mich nicht?” Wie kann euch dieser Mensch sehen, wenn er blind ist? Wenn ihr aber auch blind seid, wie werdet ihr euch gegenseitig sehen? Vor allem aber soll sich der Mensch fragen, ob er Liebe in sich hat und ob diese Liebe unveränderlich ist. Es ist nicht genug, nur von der Liebe zu sprechen, sie soll auch im Leben angewandt werden. Es ist nicht genug, nur von der Liebe zu sprechen, sie soll auch im Leben angewandt werden. Wenn es nur um das Sprechen geht, auch der Blinde spricht vom Licht, ohne es zu verstehen. Er hat auch eine Ahnung vom Licht, aber es ist noch keine absolute Ahnung. So habt ihr auch etwas, was der Liebe ähnelt, aber es ist das noch keine richtige Liebe. Deshalb fragen sich die Leute auch öfters, warum sie lieben sollen.

Jemand sagt, dass es besser ist geliebt zu werden, als zu lieben. Habt ihr aber schon einen Menschen gefunden, der euch richtig geliebt hat? Ihr sagt, dass die Seele wächst und sich entwickelt, wenn man euch liebt. Habt ihr das geprüft? Manche bekannten Schriftsteller vertreten diesen Gedanken. Haben sie diese Wahrheit aber geprüft? Ich verneine diese Tatsache nicht, möchte eure Aufmerk -samkeit aber auf denjenigen richten der euch wirklich liebt. Fühlt ihr bestimmt, dass jemand euch liebt? Ihr werdet sagen, dass irgend ein Freund, oder irgend eine Freundin euch lieben würde. Wie lange dauert diese Liebe? Sie dauert nur einen Augenblick. Das ist noch keine liebe, das ist nur eine momentane Äusserung der Liebe. Dass euch jemand etwas geschenkt hat, oder euch ein Mittagessen gegeben hat, das ist eine vorläufige Äusserung der Liebe. Wenn ihr also sagt, dass eure seele durch die Liebe eines anderen wächst, irrt ir euch. In meinen Augen ist dieses vermeintliche Wachstum nur eine äussere Polierung, eine vorläufige Dressur. Wenn man euch einer Prüfung aussetzt, wird diese Polierung verschwinden.

Wenn die Liebe in den Menschen kommt, schafft sie in ihm eine Reihe von alchimistischen Prozessen unter deren Einfluss sein ganzes Wesen, sein ganzes Dasein, verändert werden. Dies kann momentan geschehen, kann aber auch allmählich entstehen, das hängt vom Menschen ab. Unter dem Einfluss der Liebe, formieren sich die Anschauungen des Menschen. Sie erfahren eine Veränderung,, wie auch die Kohle solange eine Veränderung erfährt, bis sie sich in einen Diamanten verwandelt. Denkt an die Liebe, wie an eine Kraft, wie an ein Prinzip, um zum positiven Wissen zu kommen.

Ihr geht jetzt in die richtige Richtung, aber die Methoden, derer ihr euch be -dient, sind alt, deshalb können sie euch nicht helfen. Ein Mann und eine Frau lieben sich z.B. sie unterhalten sich, lesen das Evangelium zusammen – alles geht gut. Dann sagt der mann:”Liebe Frau, ich möchte, dass du für mich etwas Gutes kochst.” “Gut, ich koche für dich, aber was kaufst du mir?” Sie sprechen von der Liebe, leben aber auf die alte Art und Weise. Danach werden sie sagen, dass es so von Gott verordnet wurde. Sie sind selbst mit ihrem Leben unzufrieden und schreiben das Gott zu. Das ist keine Liebe, sondern das ist ein Betrachten im Spiegel. Jemand liebt einen Anderen, weil er sich in ihm wie in einem Spiegel betrachtet. Eigentlich liebt er sich selbst im Spiegel. Auf diese weise schadet er sich selbst, weil er sich irrt. Wer sich liebt, liebt auch die Anderen. Die schwarze Loge hat eine Reihe von Theorien und Überlegungen über die Liebe geschaffen, womit sie den Verstand aller Leute - Gelehrten, Philosophen, Schriftsteller -verwirrt hat und sie sinken immer mehr in dieses Durcheinander ein.

In der Heiligen Schrift steht auch:”Die ganze Welt liegt im Teufel.” Wenn der Schüler einen Aufsatz zu einem Thema schreibt, soll er sich in sich vertiefen, seine Erfahrungen und Erlebnisse sehen und dieses Wissen dann vortragen. Wenn er beschliesst, zu schreiben, wer was über diese Frage gesagt hat, wird er sich von der Wahrheit entfernen.

In einem anderen Vortrag werde ich über die Äusserung der Liebe nach ihrer Form, nicht nach dem Prinzip, sprechen. Zur zeit braucht ihr die Form der Dinge, ihr sollt sie verstehen. Die Liebe kann sich in einer, ihr entsprechenden Form zeigen. Die formen müssen also gefunden werden und darin liegen die grossen Schwierig -keiten. Die Liebe hat jedermann besucht, jedoch nur für kurze Zeit. Jemand begeistert sich für ein angenehmes Gefühl und für eine gute Stimmung und sagt:”Ich werde meinen ganzen Reichtum geben. Ich möchte Gott dienen.” Nach einigen Stunden geht die Stimmung weg, er beginnt ruhiger zu werden und sagt:”Die Zeit ist noch nicht gekommen, ich muss es nicht so eilig haben.” Nach fünf bis sechs Monaten begeistert er sich wieder und ist erneut bereit, seinen ganzen Reichtum zu geben. Plötzlich kommt er aber zur Besinnung und verschiebt es. Wenn ihr dann das Buch dieses Lebens aufschlagt, seht ihr, dass es mit getroffenen, aber nicht erfüllten Entscheidungen überfüllt ist. Das heisst nicht, dass sie keine Liebe hätten. Alle Menschen haben Liebe in sich, aber ihre Liebe ist noch nicht angewandt.

Das was ich jetzt sage, bezieht sich auf euch als Schüler. Solange ihr in euch keine neuen Formen zur Äusserung der Liebe geschaffen habt, sollt ihr darüber nichts vor Aussenstehenden sprechen. Wenn ihr viel sprecht, ohne neue Formen erworben zu haben, werdet ihr selbst auf grössere Schwierigkeiten und Wider –sprüche stossen. Alles was ich über die Frage: Warum sollt ihr lieben und geliebt werden gesagt habe, schöpft die Frage über die Liebe nicht aus. Das waren nur Überlegungen, welche eure Gedanken aufwecken werden. Jeder soll aber allein die Frage über die Liebe lösen.

Jetzt stelle ich euch eine äussere Form zum Überlegen vor. Ihr habt einem topf mit einem Deckel, welcher ihm sehr gut passt. Einmal stellt ihr den Topf irgendwo hin und jeder der vorbeigeht, stösst ihn mit dem Fuß. Ebeiso lasst ihr den Deckel irgendwo liegen, deshalb bleibt der Topf offen. Stellt euch vor, dass der Topf die Frau und der Deckel der mann ist. Was muss der Mann und was muss die Frau tun? Der Topf muss seinen Deckel finden. Wer muss wen lieben? – Der Topf den Deckel oder der Deckel den Topf?

Ich gebe euch diese Beispiele nur zur Überlegung innerhalb der Klasse, ohne ein Gefühl zu verletzen. Das sind theoretische Fragen. Eure Gefühle lasse ich beiseite. Wenn euer Topf offen und ohne Deckel ist, müsst ihr den Deckel finden und ihn an die richtige Stelle legen. Das heisst: Wenn eure Gefühle offen sind, besteht die Gefahr, mit Staub beschmutzt oder von jemandem verletzt zu werden. Damit das nicht geschieht, findet den Deckel eurer Gefühle, d.h. jene Gedanken, die euch gut passen können. Dann wird auch der Deckel und der Topf in Ordnung sein und sowohl der Deckel, alsauch der Topf unbeschädigt. Das ist eine Methode, durch die ihr eure Gefühle richtig regulieren könnt.

Habt ihr diesen Gedanken richtig verstanden? Wenn ihr ihn nicht verstanden habt, ist es sogar besser. Warum? Weil es sehr oft vorkommt, dass die verstandenen Dinge verdreht werden. Nach der okkulten Wissenschaft sind die verstandenen Dinge nicht verstanden und die nicht verstandenen sind verstanden. Wenn ihr denkt, dass ihr etwas verstanden hättet, habt ihr es nicht verstanden, wenn ihr denkt, dass ihr etwas nicht verstanden habt, dann habt ihr es verstanden. Die Liebe ist methaphysisch, sie kann nicht leicht verstanden werden. Ihr werdet sagen,: “Wenn wir die Liebe nicht verstehen können, warum sprecht ihr dann zu uns davon?” Ich gebe euch ein Beispiel, womit ich mein Ziel erklären werde. Jeder von euch stellt eine kleine Blume dar, die sich kaum zu entwickeln begonnen hat. Ihr Stiel, ihre Zweige sind zart und können keine grossen Schwierigkeiten aushalten. Es beginnt jetzt aber zu schneien und der Schnee bedeckt diese jungen Zweige und Blätter. Wenn keine Hilfe von aussen kommt, werden die Zweige brechen. Das Wort, das ich spreche, stellt einen leichten Wind dar, der euren zweigen zuhilfe kommt. Er weht den schnee weg und befreit eure Zweige. Dieser wind ist notwendig, um den Schnee abzuschütteln. Der Schnee, das sind eure alten Ideen, die nicht auf euren Wurzeln, sondern auf euren Zweigen sind. Wenn sie nicht hinunterfallen, werden die Zweige zerbrechen. Viele eurer Zweige sind unter dem Gewicht eurer alten Ideen zerbrochen. Diese Ideen müssen auf den Wurzeln sein, nicht auf den Zweigen. Ich habe nichts gegen eure Ideen, aber es gibt einen Gefahr, dass die Zweige eures Lebens von ihrem Gewicht zerbrochen werden. Deshalb braucht ihr wenigstens ein bisschen Wind. Manche haben Angst davor, dass der Schnee, also ihre Ideen, herunterfallen werden. Es gibt nichtsgefährliches dabei, der schnee muss unbedingt zu den Wurzeln der Pflanzen fallen. Wenn die Liebe im Menschen erwacht, hat er den Wunsch, dass niemand davon etwas merkt und niemand davon etwas weiß. Das ist das Bestreben der Seele. Solange niemand seine Liebe bemerkt, ist er froh und zufrieden. Wenn man sie bemerkt, dann verschwindet seine Freude. Macht den folgenden Versuch, um meine Worte zu überprüfen. Geht an einem armen Menschen vorüber und ohne dass er etwas davon merkt, lasst zwanzig bis dreissig Leva fallen. Nachdem ihr euch von dort entfernt, werdet ihr eine grosse Freude fühlen. Am nächsten Tag geht am selben Menschen vorbei und gebt ihm zwanzig bis dreissig Leva in die Hand. Er wird euch danken, aber er wird sich euch auch merken, und wenn er euch sieht, wird er erwarten, dass ihr ihm etwas gebt. In diesem Fall werdet ihr nicht froh sein. Warum? Etwas ist in der Liebe verdorben worden. Die Liebe ist also einer zarten Blume gleich, die fern von den Blicken der Menschen wächst und sich entwickelt.

Niemand soll von eurer Liebe etwas wissen. Im ersten Fall habt ihr eure Liebe zum Armen im Verborgenen, im Dunkel, ausgedrückt von keinem gesehen und bemerkt, deshalb wart ihr froh und er war auch froh. Im zweiten Fall habt ihr eure Liebe am hellen Tag ausgedrückt und er hat euch gesehen. Da habt ihr verloren und er hat gewonnen. Mittels dieses Beispiels habe ich euch eine neue Maßeinheit von der Liebe gegeben, gegen die euer Verständnis von ihr als etwas Antikes, Archai -sches zurückbleibt. Diese Formel der Liebe kann man aber noch nicht im praktischen Leben anwenden, weil es die entsprechenden Bedingungen nicht gibt. Es gibt zwar eine Form, aber einen Inhalt gibt es noch nicht. Der Inhalt dafür soll aus euch hervorkommen.

In Zukunft, wenn günstigere Bedingungen kommen, werde ich euch eine Aufgabe über die Liebe geben, welche ihr ohne Papier und Bleistift, direkt lösen sollt. Bis zu dieser Zeit wird sie ein Geheimnis bleiben. Niemand wird etwas davon wissen. Dann werdet ihr selbst eure Theorien über die fragen:”Warum sollen wir lieben und warum soll man uns lieben,” aufstellen.

Jetzt sind das wichtige Überlegungen, die für die Klasse bleiben werden. Auch zuhause sollt ihr über diese Fragen nachdenken und sollt euch vorstellen, dass ihr in der Klasse seid. Bemüht euch, diese Ideen mit den Ideen der Welt nicht zu vermischen. Wenn ihr sie vermischt, werdet ihr euch selbst völlig verwirren. Wenn ihr sie vermischt, werdet ihr folgenden Fehler begehen.

Stellt euch vor, dass ihr in eine Einliterflasche einen halben liter Wasser getan habt. Dieses Wasser ist drei bis vier Tage in der Flasche geblieben und hat so seine Frische verloren. Danach gebe ich euch ein kleines Fläschchen mit reinem, frischem Wasser, gerade von der Quelle entnommen. Ihr nehmt dieses Wasser und gießt es in die grosse Flasche. Habt ihr klug gehandelt? Im Gegenteil, ihr habt einen grossen fehler gemacht. Das Fläschchen mit Wasser, welches ich euch gegeben habe, solltet ihr getrennt von der anderen Flasche halten. Für das nächste Mal schreibt über das Thema:”Die Bestimmung der Hände.”

Stilles Gebet

 

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