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 Analyse der Worte

Achter Vortrag, der vom Meister

Am Mittwoch den 19. April 1922 um 19.Uhr in Sofia vor der Jugendokkultklasse in Sofia gehalten worden ist

Stilles Gebet

Jetzt soll jeder in sein Heft einen Satz mit dem Verb “geh” schreiben, welches das erste Wort der aufgegeben Hausaufgabe des vergangenen Mittwochs war. Der Satz soll einfach, ohne Bestimmungen und Objekte sein.

Jetzt soll jeder seinen Satz vorlesen. Einige Sätze lauten: Geh zu Gott! Geh zur Wahrheit! Geh auf den Weg! Geh zum Meister!

Ich frage: Kann der Mensch zu Gott oder zur Wahrheit in Zeit und Raum gehen? Als Schüler einer okkulten Schule sollt ihr lernen, genau zu denken, so, wie auch der Mathematiker exakt mit den Zahlen und den Formeln arbeitet. Jedes Wort soll genau den Sinn, der darin verborgen liegt, zum Ausdruck bringen. Schreibt jetzt noch einige Sätze mit dem Verb “geh” aber die Bewegung soll streng bestimmt aufZeit und Raum gerichtet sein.

Was bedeutet ein Verb? Das Verb bedeutet Handlung und Zustand. Was bedeutet die Bewegung? Jede Bewegung bedeutet Zeit und Raum. Auf welche Welt beziehen sich die Zeit und der Raum? Auf die materielle Welt. In Wirklichkeit nehmen nur die physischen Körper Platz und Raum ein. So dass der Platz und der Raum eine Eigenschaft der physischen, der zum Vorschein gekommenen Welt, d.h. der Welt der Formen sind.

Ich frage, was das Wort “Liebe” bedeutet. Ist die Liebe räumlich? Sie kennt weder Zeit noch Raum. Sie hat weder Anfang noch Ende. Wie werdet ihr dann etwas erkennen, was weder einen Anfang noch ein Ende hat? Wie werdet ihr das, was keine Zeit und keinen Raum einnimmt, kennenlernen? Es bleibt unbekannt. Wenn ihr aber die Liebe zu fühlen beginnt, ist dies der erste Moment, der einen Zustand der Liebe bestimmt. Gibt es irgend ein Verhältnis zwischen Zeit und Raum? Ihr sagt von einem Menschen, dass er vermögend sei. Er hat also etwas zur Verfügung. (Gleiche Sprachwurzel auf bulgarisch)

Welches war nun das zweite aufgeschriebene Wort? Das zweite Wort war Harmonie. Danach folgte das Wort “Synphonie.” Die Synphonie ist ein Resultat der Harmonie. Für die okkulte Wissenschaft sind diese Worte fremd, weil sie einen ganz anderen, als den gewöhnlichen Sinn haben. Wenn ihr ein Wort analysiert, sollt ihr seiner Herkunft und seiner Wurzel eure Aufmerksamkeit widmen. Ausserdem sollt ihr den Sinn der Wörter in Hinsicht der Ideen beachten. Man muss wissen, was für eine Idee dieses Wort zum Ausdruck bringt. In dieser Hinsicht ist das Wort Synphonie nicht bestimmt. Wir sagen “Synphonie”, “Synphonieorchester”. Welches der beiden Worte, ob Synphonie, oder Harmonie wohl genauer ist. Es besteht Harmonie zwischen zwei Tönen, jedoch besteht zwischen zwei Tönen noch keine Synphonie. Welches der gelesenen Wörter ist eurer Meinung nach am wichtigsten? Die Wörter “Beständigkeit”, “Vollkommenheit”, stellen ein Resultat dar. Das Wort “Herr,” ist garnicht genau. Das Wort “lieben” hat einen Sinn. Der Mensch kann lieben. Wen kann er lieben? Kann er die Leute lieben? Nein, er liebt Gott. Bevor Ihr das Wort “Gott” aussprecht, soll die Liebe vorausgehen.

Das Wort “Herr”, oder Gott ohne Liebe auszusprechen, bedeutet: Ein Buch ohne Licht zu lesen.

Um einen Namen auszusprechen, oder irgendwohin aufzubrechen, braucht ihr unbedingt einen Auftrieb in eurem Bewusstsein. Man kann nicht auf den geistigen Weg gehen, wenn man keinen Antrieb dafür im Bewusstsein hat. Dieser Antrieb kann bewusst wie bei den Tieren sein, er kann selbstbewusst wie bei den Menschen oder er kann unterbewusst oder überbewusst wie bei den hohen Wesen sein. Der Aufbruch in eine gewisse Richtung wird von einem inneren Antrieb mit dem Ziel hervorgerufen, etwas zu vollbringen. Wenn ihr den Namen eurer Mutter ohne Liebe aussprecht, ist dieses Wort “Mutter” schon ohne Inhalt und ohne Sinn und ausser -dem erzeugt es in den Gedanken und den Gefühlen des Menschen eine gewisse Disharmonie. In diesem Sinn ist die Liebe ein Schlüssel des Lebens, so, wie es auch in der Musik einen Schlüssel gibt, nach dem man die Instrumente stimmt. Also das Wort “Herr” hat nur dann einen Sinn, wenn es mit Liebe ausgesprochen wird. Die Liebe aber ist ein Schlüssel des Notenlernens im Leben. Also wenn ihr diesen Schlüssel nehmt und dann das Wort “Herr” aussprecht, hat es schon einen Sinn und einen Inhalt. Wenn man diesem Wort einen Sinn gibt, gibt man zugleich auch allen anderen Wörtern:” gehen,Harmonie, Synphonie” usw. einen Sinn.

Jetzt sollt ihr wissen, dass die Worte einer Rede so geordnet werden sollen, wie auch die Noten in den Musikstücken geordnet sind. Diejenigen unter euch, welche Dichter sind, die aber die Worte nicht als Schlüssel ihrer Rede zu benützen, erlernt haben, sollen sich damit beschäftigen um zu wissen, wie und wo sie zu benutzen sind. Was regt den Dichter dazu an, Gedichte zu schreiben? Seine Liebe zur Heimat, zur Mutter, oder zu den Freunden veranlasst ihn, zu schreiben. Also die Liebe ist ein Weg, welcher irgendwohin führt. Man kann nicht immer aufbrechen, wenn man aber aufbricht, hat man schon eine bestimmte Richtung, ein bestimmtes Ziel. Wohin richtet sich der Apfelkern, den ihr in die Erde eingepflanzt habt, aus? Der Apfelkern strebt in zwei Richtungen, nämlich hinauf zum Zentrum der Sonne und hinunter zum Zentrum der Erde. Wohin strebt der Mensch eurer Meinung nach? Zur Sonne? Nein, zuerst schlägt er Wurzeln in sich und erst danach denkt er daran, zu den Anderen zu gehen. Zu sich selbst zu gehen, bedeutet in eurer Sprache in sich hineinzugehen. Aus dem Verb “gehen” entspringen noch zwei weitere Verben: Nämlich “hereingehen” und “hinausgehen.” Um hineinzugehen und herauszuge- hen, müsst ihr zuerst aufgebrochen sein. In dem Moment, wenn ihr irgendwohin gehen wollt, verstehe ich darunter, dass ihr schon aufgebrochen seid. Also was immer ihr auch macht, denkt oder fühlt, wird alles dem Aufbrechen vorangehen. Das Wort “aufbrechen” bedeutet einen Schlüssel ins Schloss zu stecken. Diesen Schlüssel benötigt man überall und für alles. Wenn die Menschen sagen, dass man zu Gott gehen soll, sind sie in einer Hinsicht nicht korrekt und zwar deshalb, weil sie wissen müssen wohin sie gehen sollen, sie müssen die Richtung kennen. Jemand bricht nach Russe, nach Varna oder in eine andere Stadt auf. Es ist genug, den Namen der Stadt zu erwähnen und schon weiß er die Richtung seiner Bewegung. Sodass dann, wenn ihr sagt, dass ihr zu Gott geht, ihr auch die Richtung eurer Bewegung wissen sollt. Welcher Weg führt zu Gott? Der innere, das heisst jener Weg, welcher in euch selbst ist. Habt ihr eine solche Erfahrung? Wie könnt ihr dann von einer Erfahrung sprechen, wenn ihr sie noch nicht erfahren habt? Ihr alle sollt lernen, richtig zu denken. Alles, worüber ihr sprecht, soll von euch geprüft werden. Es ist nicht gut, ohne Gedanken zu denken. Der Gedanke bedeutet gleichzeitig ein Gefühl und eine Handlung. Ohne diese Beiden ist der Gedanke nicht richtig. Es ist dann, als ob ihr sagen würdet, dass ihr euch gegenseitig lieben sollt, ohne euch aber tatsächlich zu lieben. Das ist keine Liebe. In solch einer Liebe gibt es keinen Antrieb, keine Methode. Die Liebe spricht auf eine symbolische Art zu den Menschen. “Geh!”Mit anderen Worten: Pflanze den Samen in die Erde ein. Lege Gefühl ins Herz hinein! Lege Gedanken in den Verstand hinein! Wir betrachten also jedes Gefühl wie ein Samenkorn, welches ins Herz des Menschen hineinzulegen ist, damit es nach einer bestimmten Zeit fruchtet. Nach seinen Früchten wird man dann über die Qualität jedes Samenkorns urteilen.

Die Worte “Liebe”,”lieben”, haben zwei wichtige Elemente in sich. Das erste Element ist das Wachsen und das zweite ist das Reifen der Frucht, oder das Resultat. Der Buchstabe “tsch” in diesem Wort zeigt an, dass der Samen in die Erde eingepflanzt werden soll, um dort zu keimen und zu wachsen. Es ist aber nicht genug, dass der Samen nur keimt und wächst, sondern er muss auch blühen, Früchte ansetzen und zum Schluss müssen diese Früchte auch reif werden. Das bedeutet dann, dass der Samen alle Schwierigkeiten, wie: den Wind, die Stürme, Raureif, Frost und Dürre, überwunden hat. Der Buchstabe “a” in diesem Wort zeigt an, dass der Samen ein vernünftiges Resultat geben soll. An diesem Resultat werden wir erkennen, was das Wort “Liebe” ist. Jedes Ergebnis, aus dem wir über die Realität ohne jegliche Widersprüchlichkeit urteilen können, zeigt an, dass wir uns auf dem Weg der Liebe befinden.

Also das erste Wort “geh” zeigt, dass ihr gehen werdet, um die Wahrheit zu suchen. Wenn ihr die Wahrheit findet, dann sollt ihr sie lieben. Wenn ihr sie zu lieben beginnt, dann wird sie euch von der Angst und von der Lüge befeien. Zur Zeit könnt ihr die Wahrheit noch nicht sagen. Stellt euch vor, dass der Lehrer dem Schüler eine leichte Aufgabe zum Lösen aufgibt. Der Schüler vermag die Aufgabe aber nicht zu lösen. Der Lehrer fragt ihn deshalb:”Warum hast du die Aufgabe nicht gelöst?” Indem der Schüler keinen Mut hat, den wirklichen Grund zu nennen, erfindet er eine Anzahl anderer Gründe, um sich vor dem Lehrer zu entschuldigen. Auf diese Weise bediente er sich der Lüge. Das Ehrgefühl dieses Schülers erlaubt es ihm nicht, vor seinen Mitschülern die Wahrheit zu sagen, um sich nicht vor ihnen zu blamieren und ihre Achtung nicht zu verlieren. Vor seinen Mitschülern wird er nicht verlieren, aber vor der Wahrheit.

Indem ich euch jetzt Übungen gebe, lese ich eure Gedanken und sehe auch euren Wunsch, zeigen zu können, dass ihr bereits etwas wisst. Das ist schon eine Lüge. Wenn ihr einen Aufsatz schreibt, denkt ihr, dass ihr viel gesagt hättet. Theoretisch kann man viel sprechen, aber beim ersten Zusammenstoss mit dem Leben, fällt die Theorie durch. Also, zwischen der Theorie und der Praxis besteht ein grosser Unterschied. So sagt jemand, dass das Böse auf der Welt nicht existiert. Aber wenn dann seine Tasche berührt wird, wechselt er gleich seine Meinung und sagt, dass das Böse doch existiert. Wenn nun zwischen der Theorie und der Praxis dieses Mensch -en eine Einheit bestünde, selbst wenn man auch an seine Tasche ginge, würde, er nicht an das Böse denken, ja, es nicht einmal vermuten. Selbst wenn das Geld nicht in seiner, sondern in einer anderen Tasche ist, soll ihn das nicht stören. Sonst zeigt es sich dass man theoretisch etwas spricht und praktisch erweist sich etwas ganz anderes, und es entsteht ein Widerspruch. Ihr sagt: “Warum will man mir das Geld wegnehmen? Ich brauche dieses Geld doch” Was denn? Man hat es genommen, weil man es auch gebraucht hat. Das ist aber nicht rechtens. Dieses Recht gilt sowohl für dich, alsauch für die Anderen. Du oder sie – es ist egal Wenn ihr philosophisch überlegt, ist es so, praktisch ist es aber nicht so, sondern da steht das Böse. Wenn ein hungriger Mensch sieht, dass ein anderer Mensch ißt und nachdem er satt wurde, ein Teil des Essens übrig bleibt, hat der Hungrige das Recht, das Essen zu nehmen und seinen Hunger zu stillen. Wenn aber ein Satter dieses Essen nehmen würde, beginge er ein Verbrechen, weil er das Essen nicht gebraucht hat. Nur der Bedürftige hat das Recht, Brot zu nehmen und satt zu werden. Wer keinen Bedarf hat, besitzt nicht das Recht, von dem fremden Brot etwas zu nehmen.

Jetzt möchte ich, dass ihr die Regeln beachtet, die ich euch gebe. Sie sind Maximen, die im Leben angewandt werden sollen. Ihr fragt:”Wer hat ein Recht zu essen?” Wer drei Tage hungrig geblieben ist und zu Gott um Brot gebetet hat, der hat das Recht, sich als Erster an den Tisch zu setzen und zu essen. Wer zwei Tage gehungert hat, der wird als Zweiter Platz nehmen. Wer nur einen Tag nichts gegessen hat, der wird als Dritter Platz nehmen usw. Sodass nach der Abstufung des Hungers das Recht eines Menschen, den ein- oder anderen Platz einzunehmen, bestimmt wird. In diesem Sinne betrachten wir den Hunger als ein tiefes, inneres Erlebnis. Es verdient nur derjenige dieses Erlebnis, der gehungert hat.

Ich frage, warum die Menschen die Wahrheit nicht sagen. Jemand geht in ein Geschäft, um Stoff zu kaufen. Er glaubt dem Händler und kauft den Stoff.

Der Händler verkauft ihn als einen reinen Wollstoff. Er nimmt den Stoff, geht nach Hause und sieht dort, dass der Stoff aus reiner Baumwolle ist. Dieser Mensch trifft jetzt einen Bekannten und sagt ihm, dass er einen Wollstoff gekauft hat. Der Bekannte sieht sich den Stoff an und er gefällt ihm. Der Mensch bietet ihm den Stoff an. Der Bekannte kauft den Stoff und stellt bald fest, dass er betrogen wurde. Danach empfiehlt er den Stoff einem Freund usw. Auf diese Weise werden alle betrogen. Ich sage: Kontrolliert die Sachen, bevor ihr sie gekauft habt. Wer von der Qualität der Dinge nichts versteht, der soll nicht allein einkaufen gehen. So werden die Menschen lernen die Wahrheit zu sagen. Händler soll nur derjenige werden, der etwas versteht, der kundig ist. Sonst wird er sich immer rechtfertigen müssen, dass auch er betrogen wurde. Ein Landwirt soll wiederum nur der werden, der etwas von der Landwirtschaft versteht. Der Ungebildete soll beiseite treten. Nur der fähige Schüler soll zur Schule gehen um zu lernen. Die Schule ist ein Ort für die fähigen, begabten Schüler. Es steht in der heiligen Schrift: “Umsonst habt ihr genommen, kostenlos gebt!” Kostenlos wird nur den talentierten Schülern gegeben. Wenn der talentierte Schüler zu einem Musiklehrer geht, wird ihn der Lehrer als Schüler empfangen und ihn kostenlos unterrichten. Warum? Weil das Herz dieses Schülers aus Liebe zur Musik schlägt. Der mittelmäßige Schüler erwartet, dass die Schule schneller zu Ende sein möge, um frei zu sein. Der Verstand des talentierten Schülers ist aber nur auf eines konzentriert. Er denkt ausschließlich an seine Arbeit. Der Verstand des mittelmäßigen Schülers ist gespalten und er denkt mindestens an zwei Dinge gleichzeitig. Man erkennt also den talentierten, genialen Schüler daran, dass er in einem bestimmten Augenblick nur an eines, nämlich an das Wichtigste denkt.

So dass dann, wenn ihr mit euren Talenten, mit einem starken Wunsch zu lernen und euch zu entwickeln, zu Gott geht, wird er euch als Schüler empfangen und euch kostenlos unterrichten.

Indem wir jetzt von der Wahrheit sprechen, wird euch die unsichtbare Welt prüfen, um zu sehen, inwieweit ihr die Wahrheit bereits sagen könnt. Das wird für euch eine grosse Überraschung sein, aber ihr wollt doch wissen, was die Wahrheit ist. Es ist nicht leicht, die Wahrheit zu sagen. Ich werde euch ein Beispiel anführen, um zu aufzuzeigen, was es bedeutet, zu wissen, wann und wie die Wahrheit zu sprechen ist. Ein junger Mann hatte drei gute und treue Freunde, welche ihm ihre Treue und Freundschaft geschworen hatten. Eines Tages gedachte er sie auf die Probe zu stellen, um ihre Freundschaft zu prüfen. Zu diesem Zweck nahm er ein kleines, geschlachtetes Kalb, packte es in einen Sack, ging damit in das Haus seines ersten Freundes und sagte zu ihm: “Gestern abend kam ein Mensch, dem ich Geld schuldig war, in mein Haus. Ich hatte kein Geld und konnte die Schuld nicht begleichen, deshalb habe ich ihn getötet und in diesen Sack gesteckt. Was sagst du dazu. Gib mir einen Rat!” “Geh schnell mit diesem Sack weg, bevor man ihn hier findet, und ich noch mit dir zusammen leiden muss.” Danach ging er zu seinem zweiten Freund, er erzählte auch ihm das Gleiche und fragte ihn:”Was sagst du zu dieser Sache?” “Mach mit dem Getöteten was du willst, ich will mich nicht in deine Angelegenheiten einmischen!” Zuletzt ging er auch zu seinem dritten Freund und erzählte ihm die gleiche Geschichte. Was mache ich jetzt? “Hör mal zu mein Freund. Ich werde dir helfen. Ich habe in meinem Garten einen verborgenen, geheimen Platz, den niemand kennt. Wir werden den Toten dort begraben und die Sache wird geheim bleiben. Niemand wird wissen, was du gemacht hast.”

Ich frage nun, welche Liebe, in Bezug auf diese drei Freunde, nun die grösste war.? Die des Dritten. Er hat bewiesen, dass er sich für seinen Freund aufopfern kann. Woraus auch sichtbar wird, dass seine Liebe echt ist. Indem er sich am Verdecken des Verbrechens seines Freundes beteiligt hat, war er bereit, die Strafe mit ihm zu teilen. Der Erste wird der Hauptverbrecher sein und der Zweite - Hehler und Helfershelfer. In diesem Falle würde der Zweite einen Teil der Strafe, von seinem Freund übernehmen. Mit diesem Beispiel will ich eure Aufmerksamkeit auf die ungewöhnliche, nicht auf die gewöhnliche Wahrheit lenken. Die erste Wahrheit befreit und die zweite begrenzt.

In der gleichen Weise könnte auch der Lehrer mit einem geschlachteten Kalb in die Klasse kommen um zu prüfen, inwieweit ihr die Wahrheit schon sprechen könnt. Jemandem wird er sagen:”Hör zu, ich habe einen Menschen umgebracht und in diesen Sack gesteckt, du sollst mir einen Rat geben, wo ich ihn vergraben kann und darfst niemandem etwas davon erzählen.” Einem Anderen wird er sagen, dass er einen Menschen getötet hat und wird ihm nicht verbieten, allen davon zu erzählen. Dann werden diese beiden Schüler vor Gericht gestellt, damit jeder aus- sagt, was er von dem Verbrechen seines Lehrers weiß. Der Eine wird dann sagen, dass er nichts weiß und der Andere wir aussagen, dass er weiß, dass sein Lehrer ein Verbrechen begangen hat. Schließlich werden die beiden Schüler in einen Widerspruch geraten.

Jetzt nehme ich die beiden Fälle als Symbole im Leben. Der Lehrer gibt einem Schüler eine Flasche voll Wasser und sagt ihm:”Du sollst schweigen und nieman -dem sagen, dass in dieser Flasche Wasser ist.” Dann gibt er einem anderen Schüler eine Flasche voll Wasser und sagt:”Du sollst allen erzählen, dass in dieser Flasche Wasser ist.” Also jemandem zu sagen, dass er schweigen soll, das bedeutet, dass er beginnt, sich zu füllen und jemandem zu sagen dass er sprechen soll, das bedeutet, ihn zu veranlassen, sich zu leeren. Wenn die Menschen die Wahrheit nicht sagen, füllen sie sich, wenn sie die Wahrheit sagen, so leeren sie sich. Das Gesetz ist so. Das ist der tiefere, verborgene Sinn in den Worten:”Sagt die Wahrheit oder sagt nicht die Wahrheit.” Solange du leer bist, solange die Wahrheit nicht in dir ist, schweig, sprich nichts, damit sich deine Flasche füllt. Wenn die Wahrheit in dich kommt und dich erfüllt, dann sprich, sag sie nach allen Seiten um deine Flasche zu leeren, um sie anschliessend wieder von neuem zu füllen zu beginnen.

Jetzt kommen wir hier zum Ende. Am meisten habe ich über das erste Wort “geh” gesprochen. Ich habe auch etwas über andere Wörter erwähnt. Heute habe ich über sieben Wörter gesprochen. Über die anderen Wörter könnte man noch ein ganzes Jahr lang sprechen. Sie würden Material für viele Vorträge geben.

So dass ihr nun bereit sein sollt, wenn der Lehrer auch zu euch einmal mit einem solchen Sack kommt und euch zwingt, den Ermordeten zu verstecken. Denkt darüber nach, wie ihr euch dann verhalten sollt, weil ihr mindestens zehn Jahre im Gefängnis landen könnt. Es ist nicht leicht, die Wahrheit zu sagen. Ihr könnt dies alles aber auch im Traum erleben, um zu sehen, wie man ein Verbrechen vertuscht und wie man danach im Gefängnis sitzt. Wenn ihr dann aufwacht, werdet ihr sagen: “Gut dass das nur ein Traum und nicht die Wirklichkeit gewesen ist.” Viele von den Fällen und Erscheinungen im Leben passieren so, als ob man träumen würde. Wer aufwacht und bewusst lebt, der geht auf dem richtigen Weg. Wer noch nicht aufge-wacht ist, der lebt unbewusst und fühlt Angst und Schrecken. Er fragt sich: “Was wird mit mir geschehen?”

Ich wünsche euch allen, aus dem tiefen Schlaf, in den ihr geraten seid, aufzu -wachen, um zu verstehen, dass viele eurer Erlebnisse nur fiktiv, nicht wirklich sind.

Stilles Gebet

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