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 Die vier Regeln

Dritte Vorlesung vom Meister, gehalten vor der gesamten okkulten Klasse am Donnerstag, den 9. März, 1922; 7.10 - 8.00 Uhr, Sofia

Das Lied:”Gott, segne meine Seele,” (ganz still)

Geheimes Gebet

Von euch allen fordert man Reihe, Ordnung und Disziplin, aber ich werde sie euch nicht auferlegen. Ich möchte, dass jeder von euch, allein eine Disziplin über seine Gedanken und Gefühle auferlegt. Und wer sie sich nicht allein auferlegen kann, soll er nicht kommen. Könnt ihr euch eine solche Disziplin nicht auferlegen, kommt ihr nicht. Und wenn jemand sich selbst die Freiheit nimmt, ohne diese Disziplin zu kommen, so bin ich dafür nicht zuständig. Ich will Absolute Harmonie! Draußen könnt ihr mich kritisieren, aber hier, wer mich kritisiert, werde ich für die Folgen nicht verantwortlich. Wenn ein Mensch ins Gotteshaus hereinkommt, soll er wissen, dass dieses ein Tempel ist; wenn er in die Schule geht, soll er wissen, dass diese eine Schule ist. Kommt ihr hier, um euer Wissen zu vergleichen, um zu sehen, wieviel ihr weißt, dann braucht ihr nicht zu kommen. Ihr möchtet, dass wir Freunde sind, nicht wahr? Aber Freunde können wir sein, nur wenn wir das Gesetz der Absoluten Liebe erfüllen, wenn wir das Gesetz der Weisheit, das Gesetz der Gerechtigkeit erfüllen. Sie sind gleich für alle, es gibt keine Ausnahme für niemand, das Gesetz dort ist absolut. Die Liebe kann absolut und relativ sein; es gibt Absolute Weisheit und relative Weisheit; Absolute Wahrheit und relative Wahrheit; Absolute Gerechtigkeit und relative Gerechtigkeit; Absolutes Gute und relatives Gute. Wir folgen dem Absoluten, nicht dem Relativen, wir sollen uns verstehen – das Relative ist draußen, in der äußеren Welt. So denn im Absoluten gibt es eine Meinung, und im Relativen - viele Meinungen. Und ihr sollt wissen: nur auf diese Weise könnt ihr die Mitwirkung des Himmels haben. Der Himmel ist ein Platz der Reihe und Ordnung, ein Platz der Disziplin. Im Himmel gibt es keine solche Befehle und solche Schutzmänner, wie hier, auf die Erde. Dort gibt es keine geschriebene Gesetze, aber jemand trägt Gesetze, drin geschrieben – entweder in seinem Sinn, oder in senem Herzen, oder in seinem Geist, nach seiner Entwicklungsstufe, die das Lebewesen besitzt.

Jetzt, mein Wunsch ist dieser, dass ich euch von den unnötigen Leiden und Mühsäle befreie. Wenn ein Schüler, der in die Schule geht, hat ein Hühnerauge, hat “Givenitsa” [Givenitsa (dial.) – Tuberkulose der Halslymphknoten; im übertragenen Sinn - unheibare Wunde oder Krankheit ] in seinem Fuß oder Bauchschmerzen, kann er studieren? Er soll frei sein. Wenn dieser Schüler Hunger hat, wenn er drei-vier Tage nicht gegessen hat, kann er studieren? Also er soll essen, er soll Kleider tragen, er soll alles haben, was er braucht. Und wenn ihr hier mit euren Sorgen kommt, dann brauchen wir euch nicht – das ist kein Weisenhaus, es ist kein Rettungshaus. Euer Kommen am Sonntag hier kann man für ein Rettungshaus halten, aber jetzt hier ist eine Schule – man braucht gesunde Menschen. Wer krank ist, soll draußen stehen, und wer gesund ist, kann kommen. Also, ihr alle könnt gesund sein. Wenn ihr krank seid, gibt es eine Verzeihung, aber die Kranken sollen draußen bleiben. In einer okkulten Schule werden die Leute allein krank und allein gesund. Jetzt werde ich euch direkt auf diese Frage antworten. Wenn ihr aus dem Gott gestammt seid, seid ihr krank gestammt? – Doch, gesund. Also, wo liegt der Grund für eure Krankheit? – In ihr selbst. Wenn ihr aus dem Gott gestammt seid, seid ihr ungelehrt, oder gelehrt gestammt? – Gelehrt, sondern nicht ungelehrt. Eure heutige Ignoranz kommt davon, dass ihr alles getrunken und gegessen habt. Und als ihr alles getrunken und gegessen habt, seid ihr auf physische Stufe arm geworden.

Jetzt kommen wir zum positiven Leben. Mögen wir die ferne Vergangenheit und die ferne Zukunft lassen, und mögen wir uns mit der Gegenwart beschäftigen. Wenn sich ein jetziger Autor ein Buch in Form von einer Erzählung oder in Form von einem Roman zu schreiben entscheidet, hat er zwei Objekte – einen Held und eine Heldin. Der Held ist ein Mann, und die Heldin ist eine Frau und rund um diese zwei Helden verteilt der Autor alle andere Rollen und macht seine Erzählung interessant. Jetzt stelle ich die Frage, warum braucht er diese zwei Helden? Der Held-Mann versteht die Heldin-Frau, und die Heldin-Frau versteht den Helden-Mann. Vernichtet ihr den einen Helden, verschwindet der Andere von sich selbst. Auch der Mensch hat zwei Helden in sich selbst; welche sind sie? Ich sage sie euch: der erste Held ist der Verstand und der zweite ist das Herz. Um diese zwei Helden verteilt der Autor - der Geist - die anderen Personen. Der Geist ist der Autor, der die zwei Helden – den Verstand und das Herz – wählt, und über sie baut er seine Erzählung auf, rund um sie ordnet man alle andere Prsonen. Jetzt dieser Autor wählt seine Helden, er bestimmt, worin genau das Heldentum des Helden und der Heldin liegt, und gibt ihnen bestimmte moralische Tugende zu. Zum Beispiel: dem Helden wird er Kraft, Mut, Entschlußkraft geben, damit er siegen kann, und der Heldin wird er ihr die größten Leiden geben, damit sie aushalten kann – er stellt sie zwischen den größten Verführungen, und sie wird sie aushalten, er gibt ihr eine negative Rolle. Gut, dann welche müssen die Tugende eures Verstandes sein, welcher muss der Held sein? Euer Verstand soll stark, mutig und entscheidungsvoll sein. Sagt sich der Verstand: ”Das ist nicht für mich”, dann verzichtet er auf sein Heldentum. Sucht euer Verstand das Leichte in der Welt, kann von euch nur ein Seestern oder eine Seepilze werden, und nichts mehr. Und wenn ein Engel auf die Erde kommt, damit er die Leute beobachtet, erkennt er nach dem Verstand, wer was will. Wenn ein Schüler, der in die Geistesschule kommt, den leichtesten Weg sucht, kann aus ihm nichts werden. Kommt er zu den schweren Aufgaben und umgeht er sie (macht er um sie einen Umweg) oder gibt er sie anderen Menschen zu lösen, und kommt er mit einer fremden Aufgabe, dann wissen wir, was aus ihm werden kann. Und alle jetzt die Welt regierende Menschen, die an der Spitze stehen, sind aus solchen Geistesschulen, wo sie immer nur leichte Aufgaben gelöst haben, gekommen.

So, dann welche müssen die Tugenden des Herzens sein? Sie entsprechen der Heldin. Der Verstand soll stark, mutig, entscheidungsvoll sein, und das Herz soll Plastik, Beständigkeit und Geduld haben. Diese sind die Tugenden, die der Schüler erwerben soll. Niemand gebärt sich mit ihnen, er soll sie erwerben. Es gibt Bedingungen dafür und ihr sollt sie erwerben, um die Große Natur befassen zu können. Jetzt, wie denkt ihr, wenn dieser Held fünf-sechsmal gezögert hat und wenn er von seiner Bestimmung abgewichen ist, was erwartet ihn? Er hat ein für alle mal die Gunst der Heldin verloren und mit ihm ist die Frage schon beendet. Auch das Gegenteil ist richtig: wenn die Heldin von ihrem Prinzip, von ihrer Bestimmung abgewichen ist, sie hat auch ihr Heldentum verloren. Ihr müsst euch nicht täuschen und sagen: ”Gibt es denn keinen Segen?” Das ist eine andere Frage. In der Mathematik löst man die Aufgaben nur auf eine Weise, dort lässt man keine Abweichung zu. “Aber eine Eins, ein Fehler.” Diese Eins, dieser Fehler bei einer großen Zahl, die sich mehrmals in den Rechnungen wiederholt, bringt große Schaden.

Und so werdet ihr euch mit eurem Held, d.h. euer Verstand und mit eurer Heldin – das Herz - beschäftigen. Und dann werdet ihr mich fragen: ”Wo bleibt dann der menschliche Wille?” Der menschliche Wille, meiner Meinung nach, ist Kind des Verstandes und des Herzens. Also meine ich damit, dass, wenn der Mensch einen Willen hat, der Verstand und das Herz leistungsfähig sind, dass sie nach dem Gottesgesetz gearbeitet haben. Gibt es Wille, so zeigt das, dass der Verstand und das Herz in dem neuen Weg gegangen sind; gibt es keinen Willen, so zeigt das, dass sie kinderlos sind, diese Menschen haben ein fehlerhaftes Leben gelebt – das ist die Lösung. Ein Mensch ohne Willen, das, im geistigen Leben ist eine Ausartung. Das ist die Bestimmung der Wille, aber sie ist nicht wie die Bestimmung der heutigen Philosophen.

Jetzt, damit ihr euren Verstand verstehen könnt, damit ihr euer Herzen und euren Willen verstehen könnt, braucht ihr noch vier Elemente. Das sind die so genannten Temperamente. Es gibt mentales oder geistiges (melancholisches) Temperament, das zu dem Gehirn gehört; es gibt sanguinisches Temperament, das zu den Lungen, zum Atemsystem gehört; cholerischers Temperament, das zu den Muskel- und Knochensysteme gehört; phlegmatisches Temperament, das zum Magen gehört.

Wenn das mentale oder geistige Temperament aus erster Qualität in der Äußerung der Kräfte, die ihn bilden, ist, fließt der Gedanke plastisch, glatt, der Verstand ist leistungsfähig, es gibt keine Dunkelheit in ihm – er wird immer arbeiten, ihr werdet schnell und tief in eurem Gedanken sein. Das passiert nur dann, wenn das geistige Temperament erstklassig ist. Alle Temperamente sind: erste, mittlere und niedrige Qualität. Ist das Temperament des Verstandes aus niedrieger Qualität, dann sollt ihr lange Zeit arbeiten. Weil bei diesem Temperament eine Hauptrolle der Gehirn und die Nerven spielen, deswegen müsst ihr lernen, eure Elektrizität zu regulieren. Der Gehirn ist ein Platz der Elektrizität. Einmal können wir einen Versuch machen, es ist ein breites Feld. Die verschiedenen Teile des Gehirns speichern, sammeln verschiedene Energiearten. Man könnte sogar einen Versuch machen, damit man zeigen kann, dass wenn bestimmte Energien weggenommen oder weitergegeben werden, verändert sich sofort auch eure Geistesstimmung. Lassen wir zu, dass ihr vor etwas Angst habt, ihr könnt nicht mehr zu Hause leben, ihr möchtet fliehen. Wenn ein kühner Mensch als euch seine Hand auf einen bestimmten Teil eures Kopfes legt, dort, wo das Zentrum der Angst ist, so wird er sofort diese Energie abnehmen und euere Angst verschwindet; und umgekehrt, wenn ein Angsterling seine Hand auf diese Stelle irgendwelches Kopfes legt, wird dieser Mensch wie ihm ängstlich. Also kann der Angst abgenommen und wiedergegeben werden. Diese sind Ströme drin im Gehirn; kommen wir zu diesen Strömungen, können sie in den bestimmten Zentren bestimmte Bewegungen erzeugen und dann wird im Bewußtsein eine Bewegung, die mit Gefahr begleitet ist, entstehen. Mögen wir sagen, dass ein Mensch gnädig und mitleidig ist, dann ist diese Energie auch in bestimmten Teil des Hirns lokalisiert. Habt ihr entschiedet, eine Wohltat zu erweisen, aber kommt zu euch ein Mensch mit negativen Qualitäten – ein Mensch, der nicht gnädig ist, und legt er seine Hände dort, wo das Zentrum der Gnade ist, wird auch bei euch dieser Wunsch, dass ihr nichts gebt, gebärt werden; und umgekehrt, wenn jemand keine Spende geben will, und anderer, der sehr gnädig ist, seine Hand auf diesem Zentrum legt, wird in diesem Menschen sofort ein Wunsch gebärt werden, dass er eine Spende gibt. So jemand sagt: ”Ich habe keine Stimmung das zu machen.” Dann frage ich, ist das aus eurem Sinn gekommen, ist es euer? Ihr sollt wissen, ob ein Gedanke euer oder fremd ist. “Ich – sagt er – habe keine Stimmung.” Ja, aber das ist keine Philosophie. Diese schlechte Stimmung kann fremd sein und wenn jeden Tag ihr die fremden Stimmungen erleben, was für eine Erfahrung könnt ihr haben? Keine. Die Bulgaren sagen: ”Das Fremde ist immer fremd, es wird auch am Ostern genommen.” Nein, ihr werdet nur das, was drin in euch ist, nur das Eure, nur das, was durch euren Verstand durchgeganden ist, was mit eurem Herzen ausprobiert ist und mit eurem Willen angewandt ist – darüber kann man arbeiten. Ich wünsche, das, was ihr in der Geistesschule lernen werdet, möge es durch euren Verstand, durch euer Herz, durch euren Willen durchgehen. Es ist nicht mein Ziel, dass ich ihr davon überzeuge, doch, dieser Gedanke ist weit von mir. In dieser okkulten Schule spielt die Erfahrung die ganze Rolle. Die Nahrung allein von sich selbst empfehlt sich selbst, nicht wahr? Ich werde sie nicht empfehlen, ich sage: ”Kosten Sie diese Speise!” Nach den Ergebnissen werdet ihr die Nahrung beurteilen. Das, was euch gelehrt wird, will ich, dass ihr euch allein eine Meinung bildet, bringt es Nutz oder nicht.

Das erste Temperament, das Geistige, nenne ich dynamisch. Also der Kopf ist gefährlich, ein Dynamo ist er. Er ist wie Flegel und derjenige, der ein starker Kopf hat, ist er nicht gut, dann über wem er dieser Flegel stellt, kann er ihm großen Bubenstreich bringen. Das zweite Temperament, das Sanguinische, nenne ich luftförmig, es hat die Eigenschaft sich zu erweitern. Und folglich ist es notwendig, denn, wenn der Mensch dieses sanguinische Temperament hat, gibt er Expansivität seiner dynamischen Kraft – der Kopf, sein Form wird größer. Und dieser Temperament entwickelt sich, deshalb müssen wir das Atmen wie ein Mittel für seine Entwicklung benutzen. Jene, die schwache Atmung haben, die engherzig sind, von denen die Lungen nicht gut entwickelt sind, sind ihre Blutgefässe schwach, bei ihnen ist dieser Temperament niedrig und folgedessen wird ihr Geistessystem nicht richtig funktionieren. Es gibt ein Verhältnis zwischen den Temperamenten. Und so, die erste Sache ist diese, dass ihr eure Lungen im Einklang mit euren Geistessystem entwickeln. In dem sanguinischen Temperament nehmen die Lungen und das Blutgefässystem teil, sie bilden es.

Nach den ersten zwei Temperamente kommt das phlegmatische Temperament oder wie einige es nennen das vitale, lebendige Temperament. Ich nenne es Sammlungstemperament – das verbindet. Es it das Temperament des Magens. Hat der Mensch einen normal entwickelten Magen, dann isst er richtig – er hat weder zu viel Hunger, noch isst er zu viel. Folglich ist dieses Temperament notwendig, damit es die Energie sammelt. Und jene, die Mangel an dem vitalen Temperament haben, trocknen oft wie die Blumen, die sind ohne Boden unter sich und werden trocken. Manche Leute sagen: ”Es lohnt sich nicht, dass der Mensch dick ist.” Aber auch wenn der Bauch zu klein ist, lohnt sich es nicht. Bei diesem Temperament ist die Größe nicht wichtig, sondern der Bau des Magens und er hat die Qualität der guten Ernährung. Du sollst rechtzeitig essen und niemals überessen, wenn du deinen Magen ausbauen willst.

Und schließlich kommt das cholerische Temperament. Das Temperament der Muskel- und Knochensysteme oder das Temperament des physischen Menschen. Ich nenne es exekutiv. Es bringt die ausführende Seite des menschlichen Lebens. Alles, was man in der Welt machen soll, macht man immer durch dieses Temperament. Jene, bei denen dieses Temperament dominiert, haben zähige Muskel, ihre Knochen sind fest, ein bißchen grob, sie haben eine lose Zunge, sie umgehen nicht mit Worten, sondern mit Händen und Beinen.

Nun, jedes Temperament hat sein Betätigungsbereich. Dominiert das cholerische Temperament, dann sind die entsprechenden Gehirnszentren – um die Ohren entwickelt. Denn jedes ein innerliche Zentrum hat seinen Vertreter oben im Gehirn – dort sind diese Teile stark entwickelt. Beim sanguinischen Temperament ist den oberen Teil stark entwickelt– die Einbildungskraft. Beim phlegmatischen Temperament sind die Schläfen stark entwickelt, und das zeigt, dass wenn ein solcher Mensch eine Speise riecht, entsteht in ihm der angenehme Wunsch zum Essen. Dominiert das Geistessystem, dann bekommt der ganze Ausdruck vom vorderen Teil des Stirnes eine angenehme Forme.

Ihr müsst die Temperamente erlernen und anfangen zu entwickeln. Könnt ihr ein bestimmtes Temperament nicht entwickeln, die ihm wesenseigenen Tugende nicht einnehmen, dann bleibt in euch ein Mangel. Damit ein Mensch geduldig ist, soll er ein vitales oder ein phlegmatisches Temperament haben. Sogar, wenn der gut entwickelte Mensch die Tugende des vitalen Temperaments verliert, kann er nicht mehr geduldig sein. Er kann nicht schnell sein, wenn das sanguinische Temperament in ihm nicht entwickelt ist. Dann kann sein Gedanke nicht wach sein, nicht schnell fassen, wenn das Denkstemperament nicht entwickelt ist. Zuerst müsst ihr eure Temperamente bearbeiten. Nun, für die Temperamente gibt es eine bestimmte Messung, aber gebe ich euch die Messungen, könnt ihr, die nicht diese Gesetze kennen, eure Begriffe durcheinanderbringen. Zum Beispiel: die Breite der Naselöcher und der Schläfen zeigen, wie weit euer vitales Temperament entwickelt ist, denn es gibt eine Ebenmäßigkeit zwischen allen Teilen. Die Größe der Nasenlöcher steht in Beziehung mit der Größe der Hand, so auch mit dem Gesicht. Dann, wie die Struktur euer Magen ist, solche Struktur bekommen auch eure Finger; welche Struktur eure Lungen, solche Struktur bekommt die ganze Hand, so auch die weichen Teile der Finger, die den Lungen entsprechen. Wer das versteht, wenn er die Teile der Finger bemerkt, wird wissen, in welchem Zustand euer Magen sich befindet, er wird alles wissen; in diesem Sinn gibt es nichts Geheimes.

Jetzt möchte ich das Folgende bestimmen: in dieser Schule werdet ihr nur eure überflüssige Zeit benutzen, diese, die ihr nicht weißt, wo sie zu benutzen ist. Ich möchte nicht, dass ihr eure Häuser verlässt. Wie viele Stunden könnt ihr teilen? Wenigstens braucht ihr eine Stunde, könnt ihr eine und eine halbe Sunde bis zwei Stunden pro Tag - noch besser; aber ihr müsst eure Arbeit nicht lassen, damit keine Skandale entstehen, nein, ich möchte keine Skandale. Der fähige Schüler braucht wenige Zeit, auch der fleißige Schüler braucht wenige Zeit. Kennt ihr nicht jenen Spruch, in dem der Hase und der Frosch einen Wettlauf machten? Der Hase lief schnell, aber er schlief auf viele Plätze, und der Frosch lief langsam, aber er erholte sich nicht und auf diese Weise überholte er den Hasen. So dass die schnellen Menschen manchmal mehr verspäten, als die Langsamen.

Auch das ist richtig: Die fähigsten Schüler in der Schule, die viel versprechen, geben nichts im Leben. Nicht das, dass sie nicht geben können, sondern sie verderben sich wegen den Lobsprüchen. Jetzt viele sagen: ”Mögen wir gelobt werden.” Nein, das Lob ist sehr gefährlich. Einmal im Jahr kannst du jemanden loben, und nur am Ostern, aber jeden Tag ihn zu loben, ist sehr gefährlich. Auf der Erde ist es sehr gefährlich, wenn der Mensch gelobt wird. Es ist gefährlich zu kritisieren, du brauchst nicht zu kritisieren. So gefährlich wie das Eine ist, genau so gefährich ist das Andere. Wie die Kritik, so auch das Lob hat egoistische Gründe. Wir loben einen Menschen; warum aber? - Damit wir ihn bestechen – unser Gedanke ist nicht dieser, dass er edelmütig ist, sondern wir möchten ihn bestechen. Manchmal sagen wir: ”Du bist sehr schlecht”, aber damit möchten wir ihn beeinflüssen. Und er sagt: ”Doch, ich bin nicht so schlecht”. In der okkulte Schule benutzt man wie die eine, so auch die andere Weise nicht – es ist verboten zu loben, auch zu kritisieren.

Wir haben jetzt Fähigkeiten, die in uns eingelegt sind, und jemand hat viel von ihnen. Diese Fähigkeiten sollen entwickelt werden. Manche haben mehr Bedingungen dafür und andere - weniger. Bei den heutigen Bedingungen könnt ihr alle nicht gleich sein, und gleiche Ergebnisse könnt ihr nicht erreichen. Sogar zwischen zehn Menschen sind nur ein oder zwei von ihnen fähig, sie können viel erreichen, nur sie sind Helden und die Anderen sind zweitrangige. Können wir in diesem Leben nicht viel erreichen, dann im nächsten Leben, aber das soll uns nicht entmutigen. Bist du an der Reihe, wirst du dann bereit sein – so muss der Schüler denken. Er muss die Gegenwart wegen jener weiten Ziele seines Lebens benutzen. Eines Tages werden wir gerufen sein und wird uns gesagt werden: ”Spielt eure Rolle!” Sind wir bereit, werden wir sie spielen. Dann bist du an der Reihe.

Und so, damit ihr euer mentales und geistiges Temperament entwickeln könnt, sollt ihr unbedingt eure Gedanken konrolieren lernen. Für die Selbstbeherrschaft hat man mehrmals gesprochen. Die Selbstbeherrschaft ist eine Kunst für den Schüler. Beunruhigungen und Prüfungen werden kommen, aber sie sind natürlich. Sie werden kommen, aber wenn alle diese Verwirrungen erscheinen und du ein Wohl für dich selbst bekommst, hast du schon deine Gedanken beherrscht. Jeder von euch soll unbedingt ein Heft oder ein Notizbuch haben. Fällt ihr in Verführung oder beunruhigt ihr euch, schreibt ihr ein, wie viele Minuten ihr braucht, damit ihr euch beruhigt. Kommt der Zorn, dann sage dir: ”Um 10.30 fängt in mir ein großer Storm an und nach fünf, zehn, fünfzehn Minuten, eine halbe Sunde, eine Stunde(ihr werdet genau die Zeit notieren) hörte dieser Storm auf. Jemand sagt: ”Dieser Zorn wird allein von sich selbst verschwinden. ” Ja, der Zorn wird von sich selbst weggehen, aber er kann alles mitnehmen und dann wird er gefährlich, und könnt ihr ihn zur Arbeit bringen, wird sich alles behalten. Es ist nicht gefährlich, wenn der Zorn kommt, aber wenn er alles mitnimmt, dann ist er gefährlich. Diese Energie sollt ihr zur Arbeit bringen. Oder kommt in euch ein Gedanke, schreibt ihr auf, wieviel Zeit ihr gebraucht hat, um ihn zu realisieren. Ihr sollt nicht alle Gedanken notieren, täglich ein Gedanke reicht aus. Wenn er negativ ist, dann notiert ihr, wieviel Zeit ihr braucht, um diesen Zustand zu verwandeln und eine gute Gemütsfassung in euch zu erreichen, und dann sagt ihr: ”Danke, ich habe meine Lektion gut gelernt.” Das bedeutet, dass ihr allein eure Aufgabe löst, nicht wahr? Und es ist merkwürdig – kommt der Mensch in die geistige Welt, kommen bei ihm sofort Ärgerlichkeiten. Stellt ihr euer Kind vor, das ruhig war und sich allein spielte, ihr bringt es in die Schule und die Lehrer machen ihm sofort Schwierigkeiten. Wenn es zurückkommt, kann es nicht spielen, es fängt zu denken an, dass es in diesem und jenem Fach zu lernen hat, und ihr sagt: ”Oh, dieses mein Kind studiert viel.” Und die Mutter beunruhigt sich, weil ihr Kind so viel studiert. Es gibt keine Gefahr vor dem vielen Studieren. Jetzt kann in euch der Gedanke kommen, dass dies eine einfache Arbeit ist. Doch, es ist Hauptarbeit!

Tolstoi führt eine Erzählung an. Ich werde euch nicht die ganze Erzählung anführen, sondern nur einen Teil, der meinen Gedanken erläutert. Sie ist die Folgende: Irgendwelcher wollte ein Hellseher werden, und er dachte, dass wenn er ein solcher wird, könne er das Hellsehen benutzen. Und tatsächlich, ihm wurde ein solcher Moment gegeben. Er sah, dass ein Einbrecher ins Haus von einem Reichen hereinkommt und ihn bestehlen will. Er dachte etwas Gutes zu machen: Er ging zu dem Reichen, weckte ihn, damit er den Einbrecher erwischen konnte; der Reiche stand auf und tötete den Räuber. Ein anderer Fall: Der Hellseher sah, dass sich zwei junge Menschen liebten; eine Weile kommt zum Mädchen ein anderer Junge; der Hellseher ging zu ihrem Herzallerliebsten sagen, dass er sie reten kann; der Junge geht schnell zu anderem, aber sie haben sich gestritten und getötet. Der Hellseher mochte ihr Leben ordnen. Dritte Fall: Er sah, dass auf einem Acker jemand die Bündel stehlen will, und dieser, zu dem der Acker gehörte, war arm; er ging zu ihm und sagte: ”Weißt du, dass deine Bündel geklaut werden?” Dieser ging zum Räuber, fing ihn und sie haben sich gestritten und getötet. Das ist keine Lehre, deshalb sagt der Schrift: ”Plant jemand ein Verbrechen, mögt er es machen, und der Schüler soll seinen eigenen Weg folgen.” Es gefällt mir jenen Muster mit Jan Valjan aus dem Roman ”Die Elende” von Viktor Hugo. Dieser Held wird mit dem Leuchter in der Hand gefangen und wird zum Bischof geführt. Der Letzte sagt: ”Er hat ihn nicht geklaut, ich hab ihm gegeben.” Dieser ist ein lohnender Muster.

Der Fehler von allen okkulten Schülern ist dieser, dass ihr in einem kleinen Fehler von Anderen herumwühlt und sagt: ”Warum muss er ihn machen?” Mit den Fehlern beschäftigen wir uns nicht, in einer okkulten Schule ist es nie erlaubt, dass wir uns mit den negativen Seiten von anderen beschäftigen. Und kommt bei dir jemand, um sich zu beklagen, dass er geklaut wurde, dann nimm aus deiner Tasche und bezahle ihm. Sage: ”Wieviel haben sie dich genommen?” - “Fünfhundert Leva” – “Ich bezahle.” Und die Frage ist beendet. Von den Schülern dieser Schule will ich, dass ihr alle auf diese Weise die Fehler von anderen korrigiert. “Ich, die Fehler von anderen korrigiere, wie kann ich sie korrigieren?” Wie? - Wenn ihr diese negative Qualitäten nicht in euch zulässt. Denke niemals an die Fehler anderer, wenn du dich adeln willst. Niemals, absolut niemals denke an die Leute! Nun, so ist es für die Schüler der Geistesschule, es ist nicht für die äußere Welt. In der Welt ist die Regel anders – wendet ihr diese Regel nicht in der Welt an, das Gesetz dort ist verschieden. Aber jener, der Schüler in der Christusschule sein will, soll absolut nie bei den Fehlern von anderen verweilen. Sie kommen, aber verweile niemals bei ihnen. Auf diese Weise verweilt auch Gott nicht bei unseren Sünden – Jeden Tag schafft Er neue Dinge, schafft neu. Jetzt gibt es viele Leute, die bei den Fehlern anderen verweilen, und sagen: ”Ist das richtig oder nicht?” Im absoluten Recht gibt es nur eine Regel und ich wünsche, dass ihr alle diese Regel einnehmt: mögt ihr in euch immer etwas Neues, etwas Gutes einbringen lassen. Auf einmal werdet ihr nicht perfekte Schüler, das verlange ich nicht von euch, sondern ihr eure Aufgaben lösen könnt, dass ihr akkurat seid. Nach dieser Regel, wieviel euch gegeben wird, so viel - verlegt ihr niemals, niemals verlässt. Habe keine schlechte Meinung über dich selbst, habe eine solche Meinung über dich, welche Gott von dir hat. Sagst du: ”Ich bin sehr schlecht.” Und denkst du, dass Gott dich so gemacht hat, dann machst du einen großen Fehler. Denkst du, dass du sehr faul bist, ist es andere Arbeit. Sage: “Ich kann damit zurechtkommen, ich bin fähig.”

Und so, ihr sollt über eure Temperamente arbeiten. Über das Temperament eures Geirns – das nerve Temperament, über das sanguinische Temperament, über das phlegmatische Temperament und über das motive (cholerische) Temperament. Und immer sollt ihr eure Energien gleichmäßig verteilen. Auf diese Weise wird euer Gesicht eine richtige Form annehmen. Jene, bei denen die Temperamente entstellt werden, erscheint eine Asymmetrie – die Finger verkrümmen sich, auch die Hände und die Beine werden krumm, es wird eine Disharmonie in der Energieäußerung. Und so: der Verstand, das Herz und der Wille haben vier Elemente und ihr sollt darüber arbeiten. Ihr werdet in jeden Gedanken Dynamik (Elektrizität) hineinführen, danach werdet ihr diesem Gedanken Breite geben, dann Dichte (Gewicht) und endlich – Bewegungskraft, oder wie ich sie nenne: Wachsen. Funktionieren auf diese Weise eure Temperamente, dann könnt ihr alles schaffen. Es ist nicht genug, dass wir nur diese Samen einsähen, aber sie sollen aufwachsen und ihre Frucht geben. Einige Schriftsteller schreiben gut, denn sie haben in ihrem Gedanken alle diese Qualitäten eingefügt.

Der Verstand ist der Held, das Herz ist die Heldin, und das Kind, das von diesen Helden geboren ist, ist der Eltern ähnlich. Spreche ich über den Willen, so meine ich das Kind des Verstandes und des Herzens. Ich habe bemerkt, oft nach meinen Sonntagsvorträgen, nachdem ich eine gute Vorlesung gehalten habe, wie sich zwei Menschen über etwas streiten. Ich sage: So haben sie die Vorlesung verstanden – wie Eine, so auch der Andere haben sich beleidigt. Sagen sie: “Perfekte Vorlesung” und streiten sich nicht, dann haben sie sie verstanden. Streiten sich die beiden, dann ist sie nicht perfekt; streiten sich zwei Menschen, dann ist diese Vorlesung nicht erstklassig.

Also, der Weg auf dem ihr gehen werdet, ist ein Weg von Arbeit und Beständigkeit.

Ich werde pünktlich sein, ich habe noch fünf Minuten Zeit. Dann werdet ihr die beiden Vorlesungen zusammensetzen – die vorige – über das Schlafen, Essen und Arbeit, und diese Vorlesung, die über euren Verstand, über euer Herz, euren Willen und über die Temperamente ist.

Jetzt gebe ich euch eine Aufgabe: ”Jeder von euch soll zehn Zeile über das Thema: ”Wer der beste Verstand ist.” Jeder muss das schreiben, was er versteht. Und dann werde ich euch, die Schüler, lassen, dass ihr ihn allein kritisiert. Ein oder zwei Versammlungen werden organisert – die Schüler allein kritisieren das, was sie selbst geschrieben haben. Und so das Thema ist: “Wer der beste Verstand ist?” und “Welche sind die Qualitäten des besten Verstandes?” Es ist genug klar, wir haben ihn schon mit dem Helden verbunden. Ihr werdet den Verstand so beschreiben, wie ein Schriftsteller die wichtigsten Qualitäten eines Helden beschreibt – der Verstand und der Held sind ähnlich. Nun, jene von euch, die das schreiben können, nehmen ihre Zettel mit, und aus all dem, was ihr geschrieben habt, werden wir die Essenz herausnehmen – was ihr über den Verstand denkt – und wir werden zu einigen Regeln drüber kommen – wie man den Verstand erziehen soll. Jeder wird das schreiben, ohne von anderen das Geschriebene zu lesen. Ihr werdet einen halben Zettel, zehn Zeile schreiben, ohne eure Name daraufzulegen. Wir werden lesen, was jeder von euch über den besten Verstand denkt. Wir werden eine Übung machen und dann werden wir einen von euch wählen, der der Fähigste ist, damit er die Essenz aus allen diesen Gedanken herausnimmt und eine gesamte Beschreibung, ein Resümee über den besten Verstand macht.

Geheimes Gebet

Das Lied: “Die Liebe ist Quelle”

 

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