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 Einführung in die Liebe

Еpheser: 4

Als eine Einführung dieses Vortrags werde ich euch das folgende Beispiel geben: Stellt euch vor, dass eine Karawane mit Pferdewagen auf der Straße fährt, und jeder von euch einen von ihnen führt. Die Pferdewagen einiger von euch fahren flüssig, still, und die anderen knarren sehr und machen einen großen Lärm. Was sollt ihr machen, damit sie nicht soviel knarren? Ihr werdet das Teerfass nehmen, die Feder eintauchen und die Achsen der Räder schmieren, damit es kein Knarren gibt. Das Knarren – das sind die Leiden in eurem Leben. Auch wenn euer Herz knarrt, soll es mit Teer geschmiert werden.

Den Brief von Paulus an die Epheser werdet ihr im Zusammenhang mit den Parabeln untersuchen. Jeder von euch soll die wichtigsten Abschnitte dieses Briefes lesen – diese, die den Kern bilden.

Diese Einführung ist notwendig, deshalb denkt ständig daran. Wisst, dass jedes Leiden eine Einführung, Einleitung in die Liebe ist. Jemand fragt: „Warum leide ich, warum quäle ich mich?“ Ich antworte: weil dein Buch wird geschrieben, eine Einführung in die Liebe wird gemacht. Indem ich diese Einführung mache, lenke ich euch Aufmerksamkeit darauf, dass ihr nicht denkt, dass ihr viel wisst. Wer denkt, dass er viel weiß, wird bald alt. Das beste Mittel, damit man nicht alt wird, ist, zu denken, dass man viel zu lernen hat. Dasselbe bemerkt man bei den Kindern: sie haben eine Begierde danach, dass sie alles lernen. Sagt nie, dass das für die Jungen ist, sondern nicht für euch, die Alten, weil dieser Gedanke, dass ihr alt seid, bei euch bleiben wird, und ihr werdet wirklich solche werden. Du wirst nicht bemerken, wie du einen Buckel bekommst und wie ein Fragezeichen wirst, und alle Leute werden sagen, dass du alt bist. Berücksichtigt, dass die Jugend eine Einführung ins Gottes Reich ist. Um ins Gottes Reich einzutreten, braucht ihr eine Neueinführung im Leben – jung zu werden.

Ich werde das vierte Kapitel erklären:

„So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurer Berufung, darinnen ihr berufen seid,

mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe,und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (4:1-3)

Gefangener bedeutet ein Mensch, der berufen auf die Gottes Schule ist. Paulus sagt: „Ich, der berufen auf die Gottes Schule war, bitte euch so zu lernen, wie ich gelernt habe, und nämlich - mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe.“ Wenn ihr in der Klasse seid, kann jemand euch drücken, stoßen, aber sagt euch: „Macht nichts, das Zimmer ist klein, die Liebe wird das erdulden!“

„Und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ bedeutet, dass ihr euch bemüht,eine Lehre mit einer anderen zu verbinden, dass ihr diese innere Beziehung habt, welche der Geist, d.h. der Meister hineingelegt hat. Mit diesen Wörtern sagt Paulus: „Ich habe diesen Meister sehr aufmerksam gehört“.

Im Brief steht weiter:

„Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung.“ (4: 4)

Paulus sagt mit diesen Worten: „Ich habe meinen Körper dem Geist unterordnet, indem ich ihm mit Hoffnung gedient habe.“

„Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein GOtt und Vater (unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ (4: 5, 6)

Paulus sagt mit diesen Versen: „Das habe ich gemacht, weil ich die Gedanken Dieses Gottes gehört und erfüllt habe, der mir über einen Glauben sprach, Glauben in bezug auf die Vernunft.“ Eine Taufe bedeutet, dass man alle Schmerzen und Schwierigkeiten mit einer Dankbarkeit erfüllt und erträgt. Es ist keine Taufe, wenn man dich in den Kessel eintaucht; die Taufe ist eine Prüfung, die man erleben muss. Paulus sagt: „Immer, wenn der Meister mich prüfte, machte ich Gutes, d.h. ich antwortete gut, weil ich gut meine Lehren gelernt hatte.“

Unter einem Gott werden die Stelle, die Bedingungen gemeint, die Paulus von Gott gegeben sind, weil Paulus sagt: „Wir leben und bewegen uns in einem Gott“, d.h. wir lernen in einer Schule.

„Einem jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi“. (4: 7)

Paulus sagt in diesem Vers: „Ich habe diese Gottes Gnade benutzt.“ Die Gnade besteht darin, dass in der Zeit, wenn es nötig ist, fortgeschrittenere Geister, Engel genannt, kommen, um euch zu beflügeln, euch zu helfen, eine Frage zu erklären. Diese Erleuchtung kann auf veschiedene Weisen verwirklicht werden. Es kann mit einem Traum verwirklicht werden – durch Einflüsterung eines Gedankens, wenn ihr schlaft, und wenn ihr am Morgen aufwacht, spürt ihr ihn ganz klar.

Die Hilfe kommt nicht immer durch Sprechen. Es gibt drei Weisen, auf die man sprechen kann: Sprechen von außen, Sprechen von innen und Sprechen von oben, d.h. man spricht dem Körper, dem Herzen und der Vernunft. Jemand sagt: „Essen wir, das Mittagessen ist fertig!“ – das ist ein Sprechen dem Körper. Ich sage: „Lieben wir uns“ – das ist ein Sprechen dem Herzen. Wir verstehen diese zweite Weise des Sprechens nicht so unmittelbar, wie die Einladung zum Essen, weil ihr mit dem letzten eine Erfahrung habt. Überlegt, wie ihr die Liebe begreifen werdet. Indem ich euch sage: „Erkennen wir Christus!“, das ist schon ein Sprechen der Vernunft. Wie werden wir Christus erkennen? Denkt über die Liebe und das Erkennen von Christus. Erklärt mir, als Bulgaren, wie ihr Christus liebt und ihn erkennt. Ich weiß, wie das geschieht, aber ich interessiere mich an Bulgarien.

Darüber ist geschrieben: „Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen geführet und hat den Menschen Gaben gegeben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist's, denn daß er zuvor ist hinuntergefahren in die untersten Örter der Erde? Der hinuntergefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete.“ (4: 8-10)

Als Christus auf der Erde war, hatte er alles erfüllt und sagt: „Ich habe die Welt besiegt.“ Der andere Sieg – über das Fleisch – hat Er für euch gelassen. Es gibt drei Dinge, die das Leben hindern, und nämlich: das Fleisch, die Welt und der Teufel. Das Fleisch ist der gefährlichste Gegner. Es ist eine Verbindung zwischen dem Menschen und der Welt, und die Welt ist eine Verbindung zwischen dem Fleisch und dem Teufel. Als Christus die Welt besiegt hat, hat Er das Verbindungsglied zwischen dem Fleisch und dem Teufel zerrissen. Du hast eine Tochter, die mit ihrem Geliebten korrespondiert, aber du, wie Mutter, zerreißt diesen Telegraf, und die Korrespondenz ist unterbrochen. So hat Christus die Verbindung zwischen dem Fleisch und dem Teufel unterbrochen, und er hat keinen Platz mehr in euch, ausgenommen wenn ihr ihn einladet. Paulus sagt: „Ich bin auf diesen Weg gegangen, und dort war unser Kampf groß.“

Unter „alle Himmel“ begreift man die Äußerung Gottes in der Gesamtheit des menschlichen Lebens.

„Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde.“ (4: 11,12)

Bemerkt, dass all diese Dinge gegeben sind, damit die Heiligen sich vervollkommnen. Wer sind die Apostel? Sie sind diese, denen Christus spricht. Die Propheten sind diese, denen der Geist spricht. Die Evangelisten kommen nach den Propheten, und nach ihnen – die Hirten und die Lehrer. Findet das in euch, was dem Aposteltum entspricht.

Denkt über diesen Vers; womit werdet ihr das Aposteltum, die Prophezeihung, die Verkündung der Freude, die Seelsorge und die Lehrerschaft vergleichen? Das Wort Propheten wurde schon vor Christus verwendet. Findet das Verhältnis zwischen dem Propheten, dem Evangelisten usw. Der Mensch soll seine Begabung für Aposteltum entwickeln. Apostel ist dieser, dem man von außen spricht. Prophet ist dieser, dem man von innen spricht. Evangelist ist dieser, der die Dinge geprüft hat. Wenn du einen Apfel ißt, wirst du Freude verkünden und sagen: „Er ist süß.“ Wer ist Hirt? Ein Hirt ist die Mutter, die das Kind stillt,der Schäfer, der die Schafe hütet, der Lehrer, der unterrichtet.

„Bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes GOttes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi.“ (4:13)

Die Apostel gingen mit Christus, hörten, deuteten Seine Lehre. Der Geist hatte mit ihnen gearbeitet. Sie waren zwölf. Die Propheten haben die Arbeit der Apostels fortgesetzt und waren mehr als sie. Die Evangelisten waren noch mehr, und die Hirten und die Lehrer – am meißten. Findet, wieviel waren die Propheten. In jeder Kirche soll mindestens ein Prophet existieren. In jeder kleinsten Gesellschaft soll mindestens ein Prophet existieren. Zu jedem Propheten sollen wenigstens zehn Evangelisten existieren. Das ist die Reihe der Vergrößerung, die Begabungen vergrößern sich auf dieselbe Weise. Die Begabungen im Menschen entsprechen den Propheten, den Aposteln, den Evangelisten, den Hirten und Lehrern, und alle sie sollen entwickelt werden. Jeder kann Prophet für sich selbst sein. Ein Prophet ist jeder weitblickender Mensch, der die Dinge früh voraussieht. Er hat in der Schule gelernt, hat abgeschlossen und beginnt, die Kenntnisse anzuwenden, Berechnungen zu machen, und endlich sagt er voraus, dass irgendeiner Komet nach so und so vielen Jahren zurückkehren wird. Wenn seine Prophezeihung eintrifft, sagt man: „Das ist ein Prophet.“ Alle diesen Begabungen sind uns gegeben, „daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes GOttes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi.“

Ein anderer Vers sagt: „Wir haben den Verstand von Christus.“ Paulus meint die Verbindung zwischen der Göttlichen Seele und dem Körper. Indem er sagt, dass der Geist euch lehren wird, stellt Christus den Geist höher als die Seele. In einigen Beziehungen stellt man die Seele zwischen dem Geist und dem Körper. Paulus sagt: „Damit ihr den Geist von Christus habt, sollt ihr diese Verbindung zwischen dem Geist und Körper haben.“

„Auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen.“ (4: 14)

Man vesteht davon, dass wir keine Kinder in der Welt sein sollen. Kann dein Kind zu Vitoscha in einer stürmischen Nacht gehen? In einer solchen Wetter kann nur ein Erwachsener ins Gebirge gehen. Deshalb sagt Paulus: “Ich war kein Kind.“ Ich weiß, dass die Wißbegierde sehr entwickelt bei Bulgaren ist. Vor fünfzig Jahren in Varna-Bezirk kam eine Zigeunerin mit einer großen Schnecke, mit der sie wahrsagte. Sie wurde sehr bekannt, und Leute aus dem ganzen Kreis kamen zu ihr, damit sie ihnen wahrsagt. Sie hatte viel Geld gesammelt, wurde reich, deswegen überfielen Räuber sie eines Abends und beraubten sie. Sie sah alles für die anderen, aber konnte für sich selbst nicht voraussehen, dass sie beraubt werden wird. Alle mögen, dass man ihnen wahrsagt, aber es ist nur zum Vergehen der Zeit. Man sagt gewöhnlich mit Kaffee, Karten wahr, nach der Art, auf der der Hahn gesungen hat, und wohin er gerichtet war, wie der Esel brüllt usw. Wenn man sich auf den Weg macht, gibt es auch Wahrsagen; zum Beispiel, man trifft einen leeren Wagen oder einen Geistlichen und beginnt sich Sorgen zu machen. Diese Dinge sind seit tausend Jahren in euch, aber ihr habt den Schlüssel zu ihren Enträtseln verloren, deshalb werdet ihr verwirrt. Warum wird das euch beunruhigen, dass ihr einen leeren Wagen getroffen habt, oder dass euch eine schwarze Katze über den Weg gelaufen ist? Was sollt ihr machen? Ihr sollt die Zeit erfahren, wenn euch keine schwarze Katze über den Weg laufen wird, wenn sie nicht herausgeht.

„Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.“ (4:15)

Paulus meint die reine geistige Liebe, die sich nicht ändert, in der es kein Polarisieren von Liebe und Hass gibt. In der Geistigen Welt ist die Liebe nur mit einer Anziehung dargestellt. Und ihr kennt die Liebe, in der es eine Anziehung und eine Zurückweisung gibt: ihr lernt einen Menschen kennen, zieht ihn an, aber bald werdet ihr ihm über und weist ihn zurück. Das geschieht mit Jungen und Alten. Ein Bursche liebt eine Magd und dann weist er sie zurück. Das ist das Gesetz auf der Erde – wenn zwei Lebewesen sich an der Erde verbinden, werden sie unbedingt wegstoßen. Dieses Wegstoßen ist unvermeidlich. Nehmen wir an, dass ihr auf einem Bett liegt, auf dem es Platz nur für einen Menschen gibt. Vermuten wir, dass euer Geliebter mangels Platzes über euch liegt. Ihr werdet ihn eine halbe Stunde ertragen, aber ihr könnt nicht mehr, er wird ihnen schwer, und ihr werdet wegzustoßen beginnen. Auf der Erde gibt es keine Bedingungen für Liebe. Wenn man jemanden liebt, muss man einen Abstand von einem halben Meter zu ihm wahren. In der Liebe wird der Eine oder der Andere gewöhnlich auf den Rücken steigen. Indem man sagt „den Nächsten wie sich selbst zu lieben“, das bedeutet, dass man Abstand von einem halben Meter zu ihm wahrt. Wenn du ihn mehr als dich liebst, wirst du ihn auf deinem Rücken tragen.

In einem der Märchen von Halima8 wird das folgende erzählt: ein Herr ging durch einen Fluss und sah, dass ein Greis am Ufer stand, der nicht konnte, über den Fluss gehen. Er nahm ihn auf Rücken, und sie gingen zusammen über den Fluss. Wenn der Greis absteigen musste, möchte er nicht, und dieser Herr war gezwungen, ihn ein, zwei, drei und mehr Tage auf seinen Rücken zu tragen. Dann fiel ihm ein, dass er seine Flasche mit Wein nimmt und ein wenig trinkt, um den Greis betrunken zu machen. Er trank Wein, und der Alte drückte ihn am Hals, er wollte auch. Der Herr gab ihm, gab ihm, bis der Greis betrank sich. Er stieg aus dem Rücken des jungen Herrn ab, und die beiden begannen zu tanzen. Also, wenn der geliebte Mensch dich nicht freiläßt, mach ihn ein bißchen betrunken, und dann ihr werdet zusammen spielen.

Heute leiden alle immer an Liebe. Ich nenne die Leute auf der Erde unglückliche Leute vor Liebe. Alle Leute leiden an Liebe und dann beschweren sich, dass man sie nicht liebt. Ich würde empfehlen, damit die Leiden in der Welt kleiner werden, dass es weniger Liebe gibt.

„So sage ich nun und zeuge in dem HErrn, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern Heiden wandeln der Eitelkeit ihres Sinnes.“ (4:17)

Ihr denkt, dass ihr sehr gelehrt seid. Der gelehrte Mensch ist gesund, er hat keine Geschwüre, hat keine Schmerzen, er ist reich. Die Heiden sprachen viele Sprachen und verständigen sich nicht. Menschen, die sich nicht verständigen, sprechen viele Sprachen. Einige sprechen die Sprache des Magens, andere – des Herzens, dritte – der Vernunft. Wenn ich euch spreche, Christus in Seiner Vollkommenheit zu kennen, werdet ihr mir sagen: „Hast du eine Lebensmittelmarke, hast du Zucker?“ Das ist kein Kennen von Christus. Jemand sagt: „Wenn wir Christus kennen, wird es mehr Essen geben.“ Wenn wir Christus erkennen, damit Er uns mehr Essen gibt, das ist ein Unverständnis der Frage. Das Essen ist eine Notwendigkeit nur, bis man einen Wagen hat. Also, bis man einen Wagen hat, braucht man auch ein Teerfass. Wenn du den Wagen läßt, brauchst du kein Teerfass. Du bleibst nur mit dem Pferd, deshalb wirst du Essen für dich und für das Pferd im Beutel nehmen. Wenn du zu einem sehr steilen Ort kommst, wirst du das Pferd lassen, du wirst den Beutel mit seinem Essen lassen und wirst nur deinen Beutel nehmen. Der Mensch braucht nur drei Teerfässer: für den Wagen, für das Pferd und für sich selbst. Du hast einen Mann – du wirst ein Teerfass auch für ihn tragen. Du möchtest ihn nicht, aber wer gebunden ist, soll nicht losbinden. Du hast Kinder – du wirst ihr Teerfass tragen. Überlegt, welches Verhältnis die Kinder zu den Eltern haben, der Mann zur Frau und umgekehrt. Warum sucht der Mann nach einer Frau, und die Frau nach einem Mann? Ihr werdet über diese Frage eine Übung schreiben.

„Welcher Verstand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus GOtt ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens.“ (4: 18)

Ich deute diesen Gedanken umgekehrt: wenn das Herz versteinert ist, gibt es weniger Arbeit, und wenn es weniger Arbeit gibt, ist der Verstand getrübt. Das versteinerte Herz kann nicht gebären. Ihr werdet weniger essen, und bei wenigerem Essen versteinert der Verstand sich. Das Wort Herz ist in bezug auf den Boden verwendet. Der Körper soll unbedingt gesund sein. Das Herz bedeutet die Bedingungen, das Leben, d.h. das, was das Herz erzeugt, und der Verstand bedeutet die Frucht aus dem inneren Prozeß.

„Welche ruchlos sind und ergeben sich der Unzucht und treiben allerlei Unreinigkeit samt dem Geiz.“ (4:19)

Paulus sagt, dass die Reinheit drinnen im Leben notwendig ist. Wenn das Herz, der Magen versteinert sind, entsteht ein bestimmtes Zersetzen drinnen, ein Verstinken. Deshalb sollen sie nicht versteinert sein.

„Ihr aber habt Christum nicht also gelernet.“ (4: 20)

Die Lehre von Christus ist eine Lehre für das Leben. Sie ist ein Begreifen der Hauptgesetze, aber nicht so, wie sie am Himmel sind, sondern wie sie sich an der Erde entwickeln. Wenn ihr Christus kennt, wenn ihr zornig werdet, wenn ihr mit etwas nicht zufrieden seid, sollt ihr euch sofort polarisieren und zu einem Zustand der Ruhe kommen. Wenn die Oberfläche des Meeres aufgewühlt ist, das bedeutet nicht, dass seine Tiefe aufwühlt. Wenn wir Christus kennen, werden wir diese Kraft haben, uns nicht aufzuregen, und wir werden uns befehlen. Ihr wollt den Kräften befehlen, die in Natur sind. Nein, befehlt den Kräften, die drinnen in euch sind. Du kannst den Dingen nicht befehlen, bis du ihre Sprache nicht kennst. Bis man die Sprache eines Tieres nicht kennt, kann man es nicht verstehen. Wenn ihr dem Pferd sagt: „Hü“, es geht los. Wir müssen die Sprache dieser lebendigen Kräfte drinnen in uns lernen, und wenn wir unserem Herzen sagen, dass es zahm ist, es soll zahm sein, wenn wir unserem Verstand sagen, dass er still ist, er soll dich hören.

„So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet; erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach GOtt geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (4: 22-24)

Der alte Mensch sind alle lügnerischen Gewohnheiten, Gedanken und Wünsche, die aus der Vergangenheit in uns sind und nun erscheinen. Diese alten Gewohnheiten stellen alte Kleider dar, die durchlöchert sind, und der Wind geht durch sie ein. Der alte Mensch ist zerrissen, und der neue ist gesund, er hat keine Löcher. Der Geist ist die Verbindungskraft für den Verstand.

Dass ihr erneuert, das bedeutet, dass ihr euch täglich ein bißchen Öl stellt. Der Geist ist eine Kraft, die die Arbeit zu einem Brennstoff wandelt, und der Verstand benutzt sie. Der neue Mensch soll nach der Gottes Gestalt in Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit gebildet werden; in Gerechtigkeit – in bezug auf den Körper, in Heiligkeit – in bezug auf die Seele, in Wahrheit – in bezug auf den Verstand. Deshalb lehnt die Lüge ab, die eine Eigenschaft der Vernunft ist, ihr Mangel, und sprech nur die Wahrheit mit euren Nächsten. Alle Streite unter den Nächsten sind wegen der Lüge, weil wir einander betrügen.

„Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind.“ (4: 25)

Irrt euch nicht! Lügt auch euren Magen nicht. In Amerika essen oft die Leute Eis oder trinken Kaffee, wenn sie hungrig sind, um ihren Hunger zu unterdrücken. Irrt euren Magen mit Kaffee, Tee oder mit anderen Dingen nicht. So wird der Wagen nicht fahren. Du wirst deinem Magen etwas Wesentliches geben.

„Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen; Gebet auch nicht Raum dem Lästerer!“ (4: 26, 27)

Ein anderer Mangel ist der Zorn, er ist eine Eigenschaft des Herzens. Euer Herz soll nicht brennen, weil es gefährlich ist. Gebt Platz auch dem Teufel nicht, der im Körper wohnt – gebt ihm keine Möglichkeit, dass er sich einnistet.

„Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen.“ (4: 28)

„Und betrübet nicht den Heiligen Geist GOttes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit; seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleich wie GOtt euch vergeben hat in Christo.“ (4: 30-32)

Eure Arbeit in diesem Monat besteht darin, dass ihr die Haupt-, Grundgedanken findet, die Paulus in diesem Brief dargestellt hat. Ihr werdet die Gedanken finden, die sich auf den Körper, die Seele und den Geist beziehen. Versucht eine Methode zu finden, durch die ihr diese Lehre in eurem Leben anwendet. Das Thema ist ausführlich, deshalb ist es genug, wenn ihr teilweise eine Anwendung findet. Denkt nicht, dass ich möchte, dass ihr auf einmal Gelehrten werdet. Es ist wichtig, dass man die Übung in einem bestimmten Moment begreift. Findet den Zusammenhang zwischen dem Brief an die Epheser und den Parabeln.

Das zweite Ding, das ihr einhalten werdet, ist, eure Zunge zurückzuhalten, nicht viel zu sprechen. Besprecht im voraus alles, was ihr sprechen werdet. Seid ihr aufgeregt – sprecht nicht. Sprecht nur das Wesentliche, kontrolliert eure Zunge und Rede. Kein Knarren des Wagens soll bestehen, keine Verflechtung der Beine des Pferdes, d.h. der Herr, der den Wagen fährt, soll nicht mit einem berauschten Kopf sein.

Die dritte Übung, die ihr mindestens einmal täglich erfüllen werdet, ist folgendes: ihr werdet euch gut auf einen Stuhl setzen oder gerade stehen, werdet das Fenster öffnen, werdet vorläufig euren Rucksack lassen, um eine gute Stimmung zu haben, ihr werdet euer rechtes Nasenloch schliessen, und mit dem linken werdet ihr atmen, indem ihr bis zehn in Gedanken zählt. Dann werdet ihr auch euer linkes Nasenloch schliessen, und bei zwei geschlossenen Nasenlöchern werdet ihr die Luft in euren Lungen anhalten, indem ihr wieder bis zehn zählt. Dann werdet ihr euer rechtes Nasenloch öffnen und die Luft aus ihm ausatmen, indem ihr wieder bis zehn zählt. Dann werdet ihr euer linkes Nasenloch schließen, und mit dem rechten werdet ihr die Luft auf dieselbe Weise einatmen, wie im ersten Fall. Macht diese Übung zehnmal nacheinander oder zweimal zu fünf, indem das Einatmen ist bald mit dem linken, bald mit dem rechten Nasenloch. Vor der Übung werdet ihr die Heilige Schrift am Brief an Epheser öffnen, ihr werdet täglich zehn Verse lesen, indem ihr mit erstem Kapitel beginnt. Ihr werdet die Hauptgedanken dieser Verse begreifen wollen, und der wichtigste soll in euch eintreten.

16 Januar 1919, Sofia

 

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